Albanien wir kommen…doch es kam alles ganz anders

•20. Juni 2017 • Schreibe einen Kommentar

Am 25.Mai sollte es losgehen und nach wenigen Vorbereitungen saß ich an diesem Donnerstagmorgen kurz vor 7 Uhr auf dem Motorrad und rollte die Africa Twin aus der Garage. Nachdem ich diese geschlossen hatte und aufstieg verhakte sich der Schlauch meines Trinkrucksacks im Zusatz-Windshild und beim Versuch ihn zu lösen, rollte die Twin klammheimlich vom Ständer. Ich bemerkte es zu spät, konnte die Bremse nicht mehr ziehen und lag mit der vollbepackten Karre vor der Garage. ARGH!
Mein entsetzter Schrei, war laut genug um dem Nachbarn auf den Balkon zu holen und er war sofort zur Stelle, mir zu helfen, das Bike wieder auf die Räder zu stellen. Na das kann ja heiter werden, wenn der Urlaub so beginnt. Kurzer Check, alles dran, alles heile, bedankt, aufgesessen und los ging es zum Treffpunkt mit Chris, meinem Kumpel, der mich dieses Jahr begeliten wird. Sogleich war der negative Gedanke über den schlechten Start verflogen und Urlaubslaune machte sich breit, schien doch schon die Sonne 🙂
Am Glemseck verweilten wir nicht lange und machten uns gleich auf den Weg, schließlich hatten wir noch ca. 600km vor uns. Diese waren zwar bis Slowenien angedachte über die Autobahn zu fahren, aber kruz vor Villach, hatten wir keine Lust mehr und so bogen wir ab und kamen über den Wurzenpass nach Slowenien. Unsere Unterkunft fanden wir auch sehr schnell und nachdem wir eingecheckt und uns umgezogen hatten machten wir uns zu Fuss auf den Weg ins Dorf um etwas Essbares zu finden. ca. 400 Meter zu laufen, nicht so schlimm, allerdings mussten wir auf der Strecke ca. 150 Höhenmeter überwinden. Also immer bergan über Stock und Stein und sogar über die Bahngleise. Oben im Dorf fanden wir schnell ein nettes Restaurant mit Terrasse und Blick über das Tal in welchem auch unsere Unterkunft steht. Leckeres Essen und Bier hatten wir uns verdient an diesem 1. Urlaubstag 😀

 

 

 

 

26.5. Tag 2.  Ich war mal wieder viel zu früh wach und genoss den Morgen draußen ein wenig, machte mich aber auch soweit schon mal fertig. Unten gab es noch Kaffee für uns und schon bald saßen wir, nach der Lagebesprechung beim Frühstück, auf den Böcken und jetzt begann das Abenteuer über Landstraße endlich 🙂 Kurve an Kurve schwangen wir durch die jurischen Alpen Talwärts und hatten bald die Kroatische Grenze erreicht. Weiter ging es vorbei an Seen grobe Richtung Rijeka, aber da wollten wir so gar nicht durch fahren also entschlossen wir uns, dieses weiträumig zu umfahren. Deswegen bog Chris auch irgendwann rechts ab und mir schwante schon böses. Ja genau, es ging auf ein sehr kleines Sträßchen auf dem schon Split lag und das sehr kurvig war und nur zwei Kehren weiter fanden wir uns auf einen Feldweg wieder. Zurück war keine Option, also immer hinter Chris her und sehen, dass ich die AT nicht weg werfe. Es ging durch den Wald, hoch und runter, mal Schotter, mal Feldweg mit Gras, mal etwas breiter und mit Lehm. Mal plattgefahren, mal mit größeren Stufen, aber ich kämpfte mich durch. Irgendwann endete die Straße und wir kamen auf eine kleine aber feine sehr kurvige Straße mit wenig Verkehr und dann… der erste Blick auf das Meer. Das da unten muss Krk sein. Als wir an der Küste waren ging es erst mal über die Küstenstraße weiter südwärts und wir fuhren bis Senj. Beim durchfahren dieses Ortes entdeckte Chris den Amarok von Freunden von uns und wir machten sofort kehrt und warteten dort keine 10 Minuten, bis wir die Beiden sahen. Das war ein großes Hallo. Nach einem kurzem Plausch mit den Beiden stand fest, wir bleiben über Nacht auf dem Campingplatz, auf dem die Beiden stehen. Sie hielten uns den Platz frei und nach kurzer Erklärung wie was wo, einkaufen etc. trafen wir die 2 auch gleich wieder im Supermarkt und sie nahmen unser Abendessen im Auto mit. Wir dann hinterher, Zelte aufgebaut und was zu essen gemacht und dann zum gemütlichen Teil, mit schwatzen und Bier trinken übergegangen. Wir campierten direkt am Meer und es war bis auf den starken Wind ein wundervoller Abend. Allzualt wurde ich jedoch nicht, weil ich sehr müde war und relativ früh in meine Penntüte kroch.

 

 

 

 

 

27.5. Tag 3 begann wie immer mit packen, Frühstück und irgendwann halt mal losfahren. Natürlich nicht, ohne uns von Kris und Jens zu verabschieden 🙂 Dann ging es erst mal über die Jadranska Magistrala südwärts. Immer wieder gab es schöne Ausblicke, aber wir wollten weg vom Verkehr und den ewigen Ortsdurchfahrten, den ständigen Geschwindigkeitsbegrenzungen und Wohnwagen-Gespannen, weg von den Bussen und Wohnmobilen, die uns den Spaß am fahren nahmen. Wir fuhren hoch in die Berge und genossen die leeren Straßen und die wunderschönen Ausblicke von oben. Allerdings kamen wir damit auch im Landesinneren auf eine leider sehr unspektakuläre Straße die sehr lange geradeaus führte… 7,5 KM Luftline vorbei am Mali Alan, den wir auf dem Rückweg fahren wollten. Auf dieser Straße kämpften wir mit starkem und böigem Seitenwind. War nicht sehr angenehm aber wir haben es hin bekommen 😉
Wir kamen über Seget Gornji wieder Richtung Küstenstraße und plötzlich tat sich der weite Blick auf Split und Otok Ciovo auf. Ein wundervoller Ausblick auf die Insel, Split im Hintergrund und die Stadt Trogir, welche uns an dieser Stelle förmlich zu Füssen lag. Wir schwangen die Straße hinunter und begaben uns wieder auf die Magistrala, quer durch Split :-/ Was für ein Verkehr. Da hat es dann auch 3x fast geknallt. Einmal wollte ein Opa die Spur wechseln und drängte mich fast ab, zum Glück hat die Twin eine sehr laute Hupe! Puh, das ging gut. Kurz vorher machten die zwei PKW vor uns eine Vollbremsung und Chris legte eine Vollbremsung mit Ausweichmanöver hin, wie aus dem Bilderbuch, oder besser gesagt, wie aus einem Lehrfilm für ein Fahrsicherheitstraining. Ich musste da auch alles geben, das die V-Strom mit ABS deutlich anders verzögert als meine alte Dame, die echt schiebt, aber auch da ging alles gut und das dritte mal, war einfach rücksichtsloses fahren von einem PKW. Es ging zum Glück alles gut aus. Keine Stürze oder ähnliches 😀 wofür wir sehr dankbar waren!
Dann erreichten wir Makarska und wir suchten einen Campingplatz weil wir echt müde waren. Den erstbesten genommen. Preis war okay. Zelte aufgestellt und mal eben zum Supermarkt gelaufen. Zurück am Platz, gab’s Abendessen und ein Fläschchen Bier ( 2 Ltr.) für uns und wie meist ging es relativ früh zu Bett.

 

 

 

28.5. Tag 4  Heute ist Sonntag und wir freuten uns auf Montenegro. Gut gelaunt packen wir nach dem Frühstück alles zusammen und verließen relativ schnell Makarska Richtung Süden. Heute bleiben wir auf der Magistrala um direkt an die Grenze zu kommen und das schnell. Den ca. 10 Km breiten Bosnien Korridor, der Dalmatien im Süden trennt, haben wir bis auf eine Wartezeit in der prallen Sonne, schnell hinter uns gebracht, da man nur den Ausweis sehen wollte. Ganz im Süden kommen wir etwas ins Landesinnere und wir pendeln die Kurven bergan. Wir bekommen wunderschöne Ausblicke auf eine Tiefebene welches ein riesiges Obstanbaugebiet beherbergt. Ich fühle mich an die Ecke Bozen/Meran erinnert. Auf dem Weg nach oben gibt’s vereinzelte Marktstände und an einem halten wir an, genießen die Aussicht und versuchen das ein oder Andere Leckerli. Chris kauft sich frisch gepressten O-saft. Weiter südlich finden sich rechts und links der Straße immer mehr Marktstände welche heimische Köstlichkeiten und frisches Obst anbieten. Doch uns zieht es jetzt wie magisch an die Grenze. Vorbei an Dubrovnik halten wir kurz an und sehen uns die Stadt von oben an. Foto muss ja auch sein 😉

Gegen ca. 14 Uhr erreichen wir die Grenze. Wir fahren zuerst die falsche Einfahrt rein, müssen drehen, 2. Versuch, wieder falsch, die Grenzer lachen schon und winken uns in die richtige Richtung *schmunzel*
Jetzt sind wir richtig. Chris ist vor mir dran und relativ schnell durch. Ich ran an die Grenze Ausweis und Fahrzeugpapiere bitte. Kein Thema… und dann.. What the fuck? Verdammt, wo ist mein Fahrzeugschein? Mist. Ich hab zwar einen in der Tasche, aber nicht den für die Honda, sondern den für die SV.  NEIN! Grüne Versicherungskarte? Nein, wir brauchen den Schein im Original. Fuck. Mir ist jetzt richtig heiß. Ich durchsuche alles. Nichts, der Schein ist nicht da. Ich darf nicht einreisen und muss umdrehen 😦 Ich rufe Chris her und erkläre ihm die Sachlage. Er reagiert richtig gut erst mal. Wir also zurück auf kroatischen Boden, fahren rechts ran und besprechen kurz was wir tun. Mein Hirn läuft auf Hochtouren. Wo zum Teufel ist mein Schein. Was ist passiert?  Ich rekonstruiere die Situation zu Hause und ich erinnere mich, dass ich meine Papiere kopierte und dabei gestört wurde. Dann war mir klar, der Schein liegt im Fotokopierer. Fuck!!!! Okay, wir fahren also zurück und checken in Mlini auf dem Campingplatz Kate ein. Ich kontaktiere meine Freunde zu Hause, welche noch am Abend in meine Wohnung gehen. Ja, der Schein ist da. Okay, nun muss er aber auch schnellstmöglich zu mir. Meine Freundin telefoniert herum und bekommt die Aussage, das DHL Eilbrief 48 Std benötigen würde. Okay, macht das bitte. Der Brief geht Montag auf die Reise. Wir versuchen das Beste draus zu machen und gehen am Montag (29.) runter an den Strand, erkunden die ganze Gegend zu Fuss und baden auch das 1. mal im noch kühlen Wasser der Adria. Wir gehen essen und lassen es uns gut gehen an diesem Montag. Als wir zurück waren gab es etwas Aufregung am Platz. Es brannte direkt nebenan. Brandrodung auf dem Nachbargrundstück. Da war der Besitzer vom Platz nicht sehr begeistert und machte etwas Theater. Zurecht!
Dienstag (30.)fahren wir zusammen auf die Halbinsel Pelješac. Direkt nachdem wir auf die Insel kommen sehen wir sowas wie die chinesische Mauer, entlang eines Berges, nur kleiner 😉 Kurzer Fotostop und schon geht’s weiter über kurvige kleine Straßen.
Wir wollen bis ans Ende der Insel fahren und entschieden uns nach vielen Kurven und tollen Aussichten auf der Insel, dass wir Offroad bis zum Leuchtturm fahren. Das schafften wir leider nicht ganz, da wir irgendwo in den Wirren der Landschaft falsch gefahren waren und endeten im Gestrüpp als der Weg in einen Trampelpfad übergeht. Hilft nix, wir müssen drehen. Ganz schön heiß an diesem Tag, aber wir haben genug Wasser dabei. Der Weg war schwierig zu fahren und Chris setzt sein ABS außer Kraft, damit das Hinterrad nicht ständig blockiert auf dem losen Untergrund. Wir also zurück und irgendwo sehe ich eine dicke, fette, braune Schlange am Wegesrand. Davon gibt es übrigens viele in Kroatien. Ich hab zumindest sehr viele gesehen. Am Abend sind wir nach knapp 300 KM zurück. Erst mal duschen, dann Abendessen machen. Bald sind wir müde aber happy, war es doch ein toller Tag mit vielen schönen Eindrücken, den wir so nicht erlebt hätten. Wir sinken in die Federn und freuen uns darauf, dass Morgen der Schein kommen wird 😀

 

 

31.5. Tag 7  Wir lassen den Tag ruhig angehen, da wir eigentlich auf den Postboten warten. Also dümpeln wir nur auf dem Platz herum. Unterhalten uns mit den Nachbarn usw. Ich gehe immer wieder zur Rezeption vor um zu fragen ob der Postbote schon da war. Nichts. Der Vormittag vergeht, die Stimmung wird schlechter, Chris ungeduldig, ich genervt… Es ist schon Nachmittag als der Besitzer des CP fährt mit mir zur Post fährt. Er recherchiert für mich. Auf kroatisch sicher leichter als in englisch/deutsch dort. Er erfährt, mein Brief sei in Split in der Verteilung und würde nicht vor Morgen früh hier sein 😦 WTF?
Die Dame in der Post gab ihm eine Telefonnummer von HP Express, das war die Firma, die den Brief weiter transportierte, nicht DHL. Die 48 Stunden die zugesichert waren, waren natürlich schon verstrichen. Nochmal ne Nacht hier zu sein und warten zu müssen knickte mich sehr. Es gab keine Möglichkeit, den Brief schneller zu bekommen. Wir sollten morgen Früh um 8 Uhr dort anrufen, dann könne man mir sehr sagen. Also zurück zum Platz und mit Chris geredet. Der wollte definitiv nicht noch eine Nacht hier bleiben, packte und fuhr nach Montenegro weiter. Wir verabredeten, dass wir uns am nächsten Tag kurzschließen werden und uns dann entscheiden, wann und wo wir uns wieder treffen werden. Dass wir uns wieder treffen werden, war eigentlich klar. Ich war sehr niedergeschlagen, als er weg fuhr, aber ich konnte ihn auch verstehen. Ich versuchte den Tag noch einigermaßen gut rumzubringen. Konnte ja eh nichts tun.
ich verbrachte den Tag mit den Campingnachbarn Carola und Dieter. Sie luden mich erst mal auf ein eiskaltes Bier ein und wir hielten einen netten plausch. Danach wusch ich meine Wäsche, damit das alles wieder trocknen konnte, da ich sicher war, dass ich am nächsten Tag weiterfahren konnte. Zudem musste ich ja wieder auspacken, denn ich hatte morgens ja schon gepackt, bis auf das Zelt. Später wurde ich noch auf selbstgemachten Eierlikör , aus Wachteleiern, eingeladen und ich schwatzte noch mit dem älteren französischem Ehepaar, welches auf Fahrrädern von der Normandie nach Athen unterwegs war. 2500 km auf den Rädern bis Mlini. Ein stolze Leistung für die Herrschaften. Sie ist immerhin schon 61 und er 67 Jahre alt! Respekt! Ansonsten passierte nicht mehr viel an diesem Tag.

 

 

1.6. Tag 8  Ich war früh wach und packte schon mal. Klar, ich war sicher heut geht’s weiter. Ich war noch am rumwursteln und packen, als Carola mit einem Teller ankam und meinte. Hey Smarty, biste schon fit, hier kommt dein Frühstück 😀 Hab dir ja versprochen du bekommst heute Spiegeleier. Ich hab mich mega gefreut. 3 Wachtelspiegeleier mit Butterbrot. Ich sag, wow, ich bin noch gar nicht soweit, hab ja net mal Kaffee gekocht. Sagt sie. Ist wurscht, dann kommst zu uns und trinkst dort deinen Kaffee. Sprachs und lief wieder zum Wohnwagen, mit dem Teller. Natürlich lies ich alles liegen und stehen und ging sofort hinterher. Wäre ja auch unhöflich gewesen. Die Zwei sind echt wirklich sehr liebe Menschen 😀 Also erst mal Frühstück mit den Beiden und dann schnell zur Rezeption, es war 8 Uhr. Der Besitzer war schon da und schneppte sogeleich da Telefon. Als er auflegte, sprach sein Gesicht Bände und ich war schon fast am platzen vor Wut, bevor er den Mund aufmachte. Okay, was ist los? Nun, der Brief habe heute morgen um 4 Uhr Split verlassen und sei nicht vor morgen früh hier. Ich dachte ich flipp aus. Er meinte, fahr nach Dubrovnik und geh zu HP Express und hake dort nach ob man dir den Brief aushändigen kann. Er suchte mir die Adresse raus und ich schwang mich auf die AT und fuhr rüber. Dort sagte man mir dann, der Brief sei beim Postboten in Mlini und werde heute zugestellt .. Ja was denn nun? Hätte die dusselige Kuh heute früh keine Falschaussage getroffen, wäre ich schon unterwegs nach Montenegro :/ Also wieder zurück nach Mlini und dort zur Post. Die Damen waren sehr nett. Ja stimmt, sie habe meinen Brief heute in der Hand gehabt und wäre ich gleich morgens gekommen, hätte sie ihn mir gegeben, jetzt sei er mit dem Postboten unterwegs. Sie riefen ihn an um zu fragen, wo er sei. Er meinte in ca. 30 Minuten sei er am Campingplatz. Ich bedankte mich bei den Damen und fuhr zurück, sagte an der Rezeption Bescheid. Mittlerweile wußte jeder am Platz dass ich wartete und alle fragten ob es was neues gibt, wenn sie mich sahen 😀 Jetzt aber schnell den Rest einpacken, zwischendrin noch von allen verabschieden, da die meisten ja auch heute weiter zogen. Ich war noch nciht ganz fertig, als die Lady von der Rezeption Briefschwingend und breit grinsend auf mich zu kam… Endlich! Jubel. Ich bedankte mich und sah zu, dass ich schnellstens abreisefertig wurde. Hoch zur Rezeption, bezahlen, dazw. immer kurz mit Chris Kontakt gehabt und endlich wussten wir auch wo wir uns treffen werden. Dann ging es endlich wieder on the Road. Die Grenze war schnell passiert. Die ersten Eindrücke die ich von Montenegro bekam, waren aggressive und rücksichtslose Autofahrer. Na dann, das kann ja heiter werden. Die Küstenstraße war recht voll, aber ich war schnell an der Fähre und setzte setze über von Kamenari nach Lepetane. Dort wartete bereits Chris. Wir aßen noch kurz etwas und besprachen wohin wir heute noch fahren wollen, dann ging es erst mal an der Bucht von Kotor entlang und dann die P1 hoch. 25 Kehren brachten uns nach oben. Atemberaubende Ausblicke auf die Bucht von Kotor, liessen uns immer wieder anhalten und fotografieren. Ganz oben ging es dann durch den Nationalpark Richtung Lovcen und von dort über extrem kurvige und enge aber gut ausgebaute Straße nach Podgorica. Dort kämpften wir uns durch die Stadt und dann Nordwärts die E65 hoch, wollten wir doch wenigstens möglichst nah an den Durmitor Nationalpark fahren. Die E65 geht auch entlang eines Flusses und führt durch eine kleine aber sehr schöne Schlucht. Wir fanden unterwegs ein kleines Hotel, es war zw. 17 und 18 Uhr und wir beschlossen dort zu bleiben. Die Bikes konnten wir im Hof hinter großen Schiebetor „verstecken“ Es gab lecker und reichlich zu Essen, das Bier schmeckte auch und wir genossen den Abend. Kurz vor dem Essen, seh ich etwas auf der Straße und frage Chris was das sei. Da sagt er, das ist eine Schildkröte. Sie saß jetzt genau auf dem Mittelstreifen. Ich sprang hoch, startete durch und rannte zu ihr, holte sie von der Straße und kaum war ich wieder da, rauschte ein 40 Tonner vorbei und sie wäre nicht mehr. Die gute Tat. Schildkrötenleben gerettet 😀  Jetzt konnte der Abend ausklingen.

 

 

2.6. Freitag und damit Tag 9
begann mit einem kräftigen Frühstück vor dem kleinen Hotel und dann ging es auch schon los. Weiter entlang der E 65 und folgten damit schon der Tara. diese schnitt schon hier wundervolle kleine Schluchten in die Landschaft und ich versuchte immer einen Blick auf den Fluss, unten in den Schluchten zu erhaschen. Leider kann man ja nicht ständig stehen bleiben zum fotografieren und leider sieht man auch nicht an jeder Stelle gut und wenn kann man nicht halten… aber ich habe wundervolle Bilder im Kopf.
Kurz vor Mojkovac bogen wir links auf die P4 ab um in den Durmitor zu fahren. Da sahen wir ein Cafe am Wegesrand und wir beschlossen dort mal eben einen Kaffeestop einzulegen. Natürlich standen dort Deutsche mit ner 650 Gixxe und ein Österreicher mit ner Transalp. Gleich kam man ins Gespräch und Chris unterhielt sich ausgiebig mit dem Transalpfahrer. Ich unterhielt mich derweil mit dem deutschen Paar, welches auf der Gixxer unterwegs war. Im Anschluss folgten wir weiter der Tara immer weiter hinein in den Durmitor Nationalpark. Was für eine Landschaft, was für Ausblicke. Unglaublich schön und teilweise konnte man noch Schneereste sehen. Einen hohen Pass hab es auch und dann kam sie auf uns zu, bzw. begleitete und von Links. Eine gewaltige Gewitterfront und wir konnten den Regen und die Blitze von weitem schon sehen. Also GAAAAAAS, nichts wie raus aus den Bergen. Wir sahen zu, dass wir den Berg runter kamen und weiter Richtung Zabljak. Dort musste ich tanken und suchten erst mal eine Tankstelle. Mein Navi zeigte mir keine Tankstelle an aber wir sahen ein Schild und suchten. Mussten aber fragen, da nichts zu sehen war, fanden sie dann aber doch gleich. Also schnell auftanken und weiter, das Gewitter im Nacken. Irgendwann bogen wir ab auf die P14, weil wir grobe Richtung Bosnien wollten. Diese Straße wand sich quer durch den Nationalpark und wir schwangen den nun gelben Berg hinunter. Viele Serpentinen und fast genauso viele unbeleuchtete Naturtunnels. Immer wieder hatten wir freien Blick auf den wundervollen Stausee Pivsco Jezero. Unten angekommen überquerten wir dir Brücke nach Pluzine, weil Chris im Tunnel beim Fotostop, die Karre ausging. Er hatte nicht getankt und Zabljak und jetzt ging ihm der Sprit aus. Also schnell tanken fahren und er hatte Glück, dass der Sprit aus dem Tunnel mit der Kreuzung bis zur Tanke noch reichte. Dann wieder zurück über die Brücke und entlang einer der Arme des Stausees, der wundervoll eingebettet zw. den Bergen liegt und man hat immer wieder wunderschönen Blick auf den See. Die Straße schmiegt sich an den Berg und wir schlängeln auf ihr entlang Richtung Bosnische Grenze. Irgendwann überqueren wir den Mratinje Dam und mussten auch hier mal wieder anhalten weil es einen wundervollen Blick in die Schlucht gab. Man konnte einige Tunnels sehen, von alten Straßen auf verschiedenen Höhen. Wahrscheinlich in den Berg gemeißelt um den Staudamm zu bauen. Irgendwie muss das Material ja ran geschafft werden und schweres Gerät. Die Straße geht nun auf der anderen Seite entlang des Flusses Piva , der zusammen mit der Tara die beiden Quellflüsse der Drina bilden und an welcher wir in Bosnien entlang fahren werden. Wir schwingen durch viele weitere Tunnels. Irgendwann kommen wir aus einem Tunnel heraus und finden uns auf einer Brücke wieder. Der Blick in die Tiefe bot und den Blick auf türkisfarbenes, kristallklares Wasser. Faszinierender Anblick. Aber wir hörten es schon wieder donnern. Also schnell Bilder gemacht und dann weiter Richtung Hum, an der bosnischen Grenze. Zuerst kommen wir an eine alte verlassene Grenze in Montenegro, dann das neue kleine Zollhäuschen. Erst Chris, dann ich und weiter ging es über eine Serpentine nach unten, dort über einen Holzbrücke und noch einmal 90 Grad Links und wir stehen am bosnischen Zollcontainer, zumindest sieht es so aus 😉 Wir haben gerade die Papiere wieder eingesteckt, als es wieder donnert, wie schon die ganze Zeit. Wir halten nochmals an und schaffen es gerade noch, die Tankrucksäcke mit dem Regenschutz zu überziehen und da gehen die Schleusen auf. Kein entrinnen. Wir sind binnen Minuten klatschnass. Die Membrane hält nicht dicht und ich werde später feststellen, dass auch meine Stiefel, diesem Regen nicht standhalten werden, Bosnien empfängt uns nicht gerade freundlich. Wer diese Grenze schon einmal benutzt hat, weiß, wie die Straße aussieht. Trocken sicher kein Thema, wenn das Wasser auf der Straße steht und die eine hälfte der Straße asphaltiert ist, die andere Hälfte aber aus Dreck und Schotter besteht, kann sich vorstellen, wie schmierig und dreckig das alles war. Dazu noch LKW Verkehr, Kühe und Ziegen auf der Fahrbahn und kurvenschneidente PKW’s. Aber wir kämpfen uns durch immer weiter Richtung Mostar. Dann kommt eine Abzweigung. Chris fährt rechts ran und sagt, es sind noch ca 160 km mit Mostar, aber mein Navi will links. Ich schaue die Straße an auf der schon der Splitt mit dem Wasser herunter gespült wird und uns schwant nichts Gutes. Ich sage, da fahr ich bei dem Regen sicher nicht lang. Ich wette in spätestens 2 KM kommt da Schotter und auf so einer Schmiere kommen wir dann nicht wirklich vorwärts. Gefährlich wäre es noch dazu. Zudem ist es schon Spätnachmittag und es würde spät Abends werden. Ich sehen gerade auf Google Maps, dass ich recht hatte. Die Straße wird zur Schotterserpentine. Bei Sonne sicher ein riesen Spaß 🙂 Also was tun? Wir beschließen Richtung Sarajevo zu fahren und unterwegs einfach zu sehen, ob wir ein Zimmer finden, in dem wir unsere Sachen trocknen können. Ich bin in diesem Moment bereit jeden Preis für ein beheiztes Zimmer zu bezahlen. Also weiter, aber erst mal müssen wir und wieder in die Höhe schrauben und einen Pass überwinden. Grandiose Kurven auch auf der anderen Seite hinunter. Aber weit und breit keine Ortschaft, kein Zimmer. Und es regnet noch immer. Dann ein Ort. Trnovo, aber wir sehen keine Zimmer, also weiter und dann noch ein paar KM und wir kommen an Ilovice an ein Restaurant vorbei an dem wir ein Schild sehen mit Zelt und Zimmer. Rechts ran, kurz beratschlagen, drehen und da hin. Borjan, der Besitzer kommt sofort heraus und ist sehr freundlich. Natürlich habe er Zimmer und Garage für die Bikes und Heizung. Er kommt mit und zeigt uns im Haus ca. 50 Meter weiter wo wir parken können, er zeigt und das Zimmer sowie Dusche und Toilette. Das Stockwerk hat 3 Zimmer und eben Gemeinschafts-Bad und Toi, aber da wir alleine sind, ist das auch so völlig okay. Wir checken ein, und verwandeln das Zimmer binnen Minuten in einen Trockenraum. Wir können und kaum noch drehen, weil alles voll steht und -hängt mit den nassen Sachen. Wir gehen duschen und es regnet noch immer. Ich sage zu Chris, eigentlich könnte Borjan uns ja holen, mit Schirm oder Auto. Ich hab es kaum ausgesprochen, sehe ich ihn her laufen mit 2 Regenschirmen 😀  Wir gehen rüber ins Restaurant und lassen uns an diesem Abend verwöhnen mit Suppe und Lamm vom Grill, mit Pommes und Salat und lecker Bier. Später fallen wir erschöpft in einen tiefen Schlaf.

 

3.6. Samstag Tag 10  

Am nächsten Morgen bin ich wieder relativ früh wach. Die Sachen sind trocken, aber es ist neblig und so wirklich zieht es mich nicht raus. Doch plötzlich sehe ich, dass die Sonne versucht durchzubrechen und ich bin zuversichtlich, dass es ein guter Tag werden wird. Ich geh duschen und danach fange ich an zu packen. Chris wird munter und wir  sehen zu, dass wir startklar sind. Nach einem kräftigen bosnischen Frühstück und ein paar Fotos vom Grillhaus, in dem Borjans Papa, die Lämmer grillt und schon machen wir uns auf den Weg.

Wieder zurück über den Pass von gestern, diesmal bei bestem Wetter, da mittlerweile die Sonner die Oberhand hat. Nach dem Pass wieder durch Trnovo und danach geht’s dann rechts ab. Die kleine Straße windet sich in kleinen und engen Kurven nach oben und nach ein paar Kilometern öffnet sich eine Hochebene die den Blick auf weit entfernte Berge frei  gibt. Was für eine Aussicht! So wedeln wir durch die Hochebene und genießen das schöne Wetter, die leeren Straßen und unendliche Kurven.

Irgendwann biegt Chris abrupt rechts ab und ich hab Mühe, auch noch abbiegen zu können, sagte mein Navi doch gerade aus. Zum Glück kommt kein Auto, denn ich biege schon auf der Gegenfahrbahn ab und schaffe es gerade noch so. Kurz darauf ein kurzer Fotostop wegen einer alten Brücke.  Ich hatte schon beim Abbiegen so ein komisches Gefühl und es sollte sich einige Kurven weiter bestätigen. Chris‘ Navi geht Offroad. Dreck, lose Steine, Schotter, Regenrinnen, bergab und bergauf, und der Gedanke an die Minen. Aber es gibt hier keine Schilder und es muss hier erst kürzlich ein Fahrzeug lang gefahren sein. Also diesen Gedanken gleich mal beiseite schieben.
Kilometerweit keine Menschenseele und ich habe das Gefühl, das erste mal wirklich sowas wie Offroad zu fahren. Bergabwärts tu ich mich schwerer als bergauf, auch fahre ich runter lieber sitzend und bergauf lieber stehend. Jedenfalls hab ich gut zu kämpfen, Chris nicht aus den Augen zu verlieren. Ich schwitze und ich hab Herzklopfen, aber aufgeben? keine Option. Ich schaff das. Also immer weiter hinter Chris her, der sichtlich Spaß hat. Und mit jedem KM hab ich mehr Spaß, auch wenn ich es sehr anstrengend finde. Dann sind wir unten und kommen an eine alte Holzbrücke, die teilweise notdürftig geflickt wurde. Klar anhalten, Fotos machen, Beine vertreten. Chris sagt, das geht mindestens noch 50 KM so weiter. Ich mache große Augen. Ist das dein Ernst? Er grinst und sagt, ja logisch, macht doch Spaß. Ich so: “ Ja klar, aber gleich so viel?“ Er sagt, so lernst du es 😉 Wo er recht hat. Also aufsitzen und es geht über nicht ganz einfache Wege weiter. Diesmal wieder bergauf. Ja, ich kämpfe hab aber mächtig Spaß mittlerweile. Irgendwann hört der Schotter auf und wir kommen an einer gut ausgebauten Straße in einem Dorf herus. Dort geht es wieder den Berg hinab und wir kommen eine Straße entlang an der plötzlich rechts am Waldrand, alle paar Meter rote Minen-Schilder hängen. Also nur nicht in den Wald rein müssen… Minenfelder gibts es auch in Kroatien noch einige.  Dann nochmal Schotter und plötzlich wieder ein Teilstück von vielleicht 4-6 KM eine richtig breite Straße welche man volle Kanne runter ballern kann um mal wieder Schräglage zu genießen. Bis zu einer Kreuzung, danach gehts wieder auf Schotter. Warum das Stück Straße dazwischen war, verstehe ich nicht wirklich, aber okay, ist eben so. Weiter auf einer Schotterautobahn, die durch kleine Dörfer und den Wald führt. Easy zu fahren und mittlerweile auch deutlich schneller. Angasen und spüren wie die Karre hinten schwänzelt und unter mir arbeitet – fun pur! 😀 Natürlich gibt’s auf diesen Schotterstrecken, welche ganz offizielle Straßen darstellen, auch Hinweisschilder und so fahren wir weitestgehend auf nicht asphaltierten Straßen gen Mostar. Einmal führt eine Straße oben am Berg entlang, links der Abgrund, der Blick auf diverse Seen freigibt, rechts Fels, zumindest teilweise. Auf dieser Straße durch den Wald kommen uns dann mehr Fahrzeuge entgegen, so auch ein Kleinlaster, der Chris fast vom Bike holt, das war knapp. Ich hielt an und quetsche mich möglichst weit rechts an den Hang, mit nur wenigen cm Abstand fährt er nicht gerade langsamen Tempo auch an mir vorbei. Zum Glück ging da alles gut. Dann noch das ein oder andere Auto, sonst sind wir alleine und lassen es ordentlich laufen. Danach kommen wir einen wundervollen Pass mit vielen Serpentinen runter. Toller Ausblick und gegen Mittag erreichen wir Mostar, beschließen aber, die Stadt nicht anzuschauen, weil schon wieder ein Gewitter anrollt. Wir geben den Bikes die Sporen und winden uns auf der anderen Seite den Berg hoch und was sich uns dort oben für ein Naturschauspiel bietet kann man nicht beschreiben. Allerdings war anhalten und Foto machen sehr ungünstig  – leider. Ich versuche das Bild zu beschreiben: Wir kleben oben am Berg, links von uns kann man in eine Tiefebene schauen, von dort kommt eine extrem schwarze Wand direkt auf uns zu. Man kann zwei Regenfelder erkennen. Links und rechts regnet es Bindfäden, dann Blitze in der Schwärze des Himmels. und in der Gischt des Regens beginnt die Welt drumrum zu verschwimmen. Hinter uns scheint noch die Sonne. Ein unglaubliches Licht. So etwas hab ich nie zuvor gesehen. Wahnsinn, aber die Front war schnell und wir wollten nicht schon wieder duschen, also nicht wie weg da. Wir schaffen es, nur ein paar wenige Tropfen ab zubekommen, weil wir auf der anderen Seite den Berg hinunterfahren und zwar der Sonne hinterher. Wir beschließen, wieder nach Kroatien rüber zu fahren, vorher noch einzukaufen und am nächsten Tag wieder nach Bosnien einzureisen. Quasi Zickzack entlang der Grenze. An diesem Tag gewannen wir das Rennen gegen das Gewitter. Auf kroatischer Seite fahren wir runter Richtung Küste und kampieren nördlich von Podaca wo wir den Sonnenuntergang am Meer bei einem Fläschchen Bier genießen 🙂 Die Nacht verbringen wir auf der Terrasse eines Bungalows, der nur 2,50 / Person mehr kostete als die Zelte, die wir an diesem Tag nicht aufstellen werden 🙂 Draußen schlafen war toll 😀

4.6. Sonntag Tag 11

Heute wollen wir im Hinterland, also in den Bergen nordwärts fahren und noch einmal über die bosnische Grenze düsen. Es ist heiß an diesem Tag und Chris wird in einem Bergdorf von wütenden, kleinen beißwütigen Fußhupen angegangen und verfolgt. Er muss ordentlich Gas geben, weil die kleine Töle ganz schön schnell ist und versucht in seinen Fuß zu beißen. Irgendwie verfolgen die wildgewordenen Bestien immer nur das 1. Motorrad 😉 So kann ich mir a) das Schauspiel in aller Ruhe ansehen und hab gleichzeitig Ruhe, weil sie völlig ausgepowert sind, wenn ich an ihnen vorbei fahre. *lach*
Jedenfalls ist es heiß und wir halten auf den kleinen Sträßchen immer mal wieder an, damit Chris trinken kann, ich hab ja einen Trinkrucksack und kann während der Fahrt trinken. Ich möchte das nicht mehr missen!
Wir kommen wirklich kleinste und enge Sträßchen entlang die sich in schönen Kehren an den Berg schmiegen und uns auf der anderen seiten in langen Windungen wieder bergab führen. Herrliche Ruhe, so gut wie kein Verkehr und nur Natur um uns herum. Wir schauen den Bläulingen zu, die solange wir stehen überall auf unseren Sachen landen. Unsere große Richtung ist erstmal Otok. Eigentlich wollten wir viel weiter unten über die Grenze, aber irgendwie wollten die Navis da nicht hin und als ich Chris auf die Verkehrsschilder aufmerksam machte, meinte er, wir müssten erst rückwärts fahren. OKay, zu heiß für Diskussionen, also nach Otok und dann am See entlang, so der Plan. Allerdings rollte da schon wieder eine Gewitterfront an. Mal schauen, wie weit wir kommen. Wir sind gerade in einem kleinen Dorf, als die Schleusen aufgehen und wir suchen Schutz in einer Bushaltestelle und verweilen dort bei Kaffee und Vesper für ca. 1,5-2 Std. Dann fahren wir weiter, weil der Regen nachgelassen hat. Das Wetter geht wieder auf und wir kommen zu dem See. Unglaublich schön. Auf toller Schotterstrecke Kilometerweit am See entlang. mal näher mal weiter entfernt. Der Perucko Jezero lohnt alle male für einen Ausflug, ein Bad oder ähnliches 🙂 Wirklich schöne Gegend. Weil wir es nicht wußten sind wir nur sehr knapp an der wundervollen Quelle von Cetina vorbei gefahren. Wir sind paar Km unterhalb links weg und dann Richtung Knin weiter. Dann haben wir beschlossen, nicht mehr über die Grenze zu fahren sondern uns jetzt Richtung Krka Wasserfälle zu halten und fuhren an diesem Tag noch viele kleinste Schotterwege. Chris wurde mal wieder von 3 Hunden verfolgt, diesmal waren es ca. schäferhundgroße wilde Hunde die urplötzlich von rechts aus dem Gebüsch rannten und laut kläffend hinter Chris her rannten. Er hat es gar nicht wirklich wahrgenommen, weil er sehr konzentriert und nicht gerade langsam unterwegs war. Ich natürlich hinterher. Ich hatte extrem viel Spaß an diesem Tag. Die Hunde ließen bald ab und wir konnten unsere Tour durch die Menschenleere Gegend fortsetzen. An diesem Tag endeten wir auf einem sehr kleinen aber ruhigen Campingplatz bei Skradin. Ich hab dann mal gewaschen und wir richten ein Camp mit Wäscheleinen ein 😉 Der Abend war gemütlich und ich schlief gut.

5.6. Montag Tag 12

Der Tag begann für mich wie immer relativ früh und während Chris noch schlummerte, fing ich wieder an zu packen, war im Bad und machte mich da soweit auch schon mal fertig. Als Chris aufgestanden war und sein Zelt abbauen wollte gab es erst mal etwas Aufregung, hatte es sich doch eine Wolfsspinne an seinem Zelt gemütlich gemacht und sie wollte sich patout nicht entfernen lassen. Sie war schnell und rannte immer wieder in schlecht zugängliche Ecken zw. dem Außen und dem -Innenzelt. Es dauerte eine Weile, bis wir die Dame dazu überreden konnten, sich ein anderes Heim zu suchen.
Dann gab es ein kräftiges Frühstück mit Speck und Eiern und danach machten wir uns auf den Weg zum Mali Alan. Darauf freue ich mich schon den ganzen Urlaub. Man hört ja so einiges über diesen Schotterpass und ich sah viele Bilder, aber ich wollte ihn unbedingt selbst erfahren. Vorher musste ich aber dringend tanken, denn wir fuhren wie immer quer durch und kamen damit an keiner Tankstelle vorbei, obwohl wir morgens erst mal tanken wollten. Schlussendlich fuhren wir bis Obrovac und dort gab es endlich Sprit. Ich tankte 23,91 Liter. Also der Tank war quasi leer und ich rollte auch mal auf fast dem letzten Tropfen in die Tanke. Gleich daneben gab es ein Cafe, dort tranken wir noch einen Kaffee und Chris holte sich eine Kleinigkeit zu essen im Supermarkt. Dann ging es endlich los. Auf dem unteren noch asphaltierten Teil mit Serpentinen, gab es die berühmten Minenschilder. Also bloß nicht von der Straße runter und mal eben hinter nem Fels pinkeln wollen. Etwas weiter oben ging es dann nahtlos in Schotter über und der Ausblick von dort war schon wundervoll. Der Schotter war an Anfang noch leicht zu befahren wurde aber zeitweise in den Kehren relativ locker und tief. Für mich mit der AT und trotz allem, noch wenig Erfahrung, eine echte Herausforderung. Ich schaffte es bis zum 1. Stop an den Ruinen und war schon mächtig stolz auf mich. Ab da wurde der Schotter noch schwieriger und ich hatte gut zu kämpfen. Spazieren gucken sollte man da nicht, das wurde mir einmal fast zum Verhängnis aber ich konnte die AT abfangen und es ist nichts passiert. Also anhalten, gucken, fotografieren und dann konzentriert weiter fahren. Etwas weiter oben steht sowas wie ne kleine Kapelle in einer Kurve, um diese rum sehe ich 2 Biker und ein Auto stehen. Die Biker winken und ich denke, wieso winken die? Ach, die freuen sich sicher, aber Biker zu sehen. Ich komme näher und erkenne eine Africa Twin. Dann dachte ich, die winken wegen der Twin und als ich noch näher kam, dachte ich, ich sehe nicht richtig. Das war Marion auf der Fernwehgruppe mit ihrem Mann 😀 Was für eine Überraschung. Ja was macht ihr denn hier? Naja wir fahren hier so rum, wie ihr halt auch *gelächter* Jedenfalls großes Hallo, Schwätzchen halten, Fotos machen und schon ging es weiter Richtung Pass, Marion und Günter in entgegengesetzter Richtung. Oben angekommen, Pause Fotostop für Passbilder 😉 und weiter über Sveti Rok nach Gospic. Auf der Straße dahin fielen uns immer mehr zerschossene Häuser auf. Dann ein Panzerfahrzeug links am Straßenrand mit Gedenkplatte. In Gospic selbst gibt es noch ganze Straßenzüge, deren Häuserfassaden völlig durchlöchert sind. Man konnte die Einschusslöcher der Maschinengewehrsalven sehr gut sehen. Es bedrückte uns sehr. Gospic muss Frontlinie gewesen und es muss schwere Kämpfe gegeben haben dort. Ich sprach Leute an um etwas darüber zu erfahren und man sagte mir, dass Gospic ca. 7000 Einwohner habe, ca. 200 ( genau wisse man es nicht) gefallen sind und dass es Frontlinie war. Bedrückend, dabei liegt der Ort sehr malerisch an einem kleinen Flüsschen.
Danach geht es durch den Velebit auf kleinsten Sträßchen, wie eigentlich immer, über den einen oder anderen Pass und dann runter nach Karlobag, dort kaufen wir ein und suchen einen Campingplatz. Wir finden einen kleinen, in Ribarica und sind die einzigsten Camper auf dem Platz. Der PLatz ist recht cool, aber der teuerste den wir auf der ganzen Reise hatten. Die alte Dame die den Platz alleine führt, spricht schlecht Deutsch, so gut wie kein englisch und es gab Verständigungsschwierigkeiten. Aber egal, es ist relativ spät und es reicht noch für einen Sprung ins kühle Nass der Adria. Ein paar Fotos vom Sonnenuntergang und danach machen wir es uns oben am Camp gemütlich. Wir bezahlen schon am Abend, damit wir am nächsten Morgen gleich starten können.

6.6. Dienstag Tag 13

Heute waren wir faul und sind nur 158 Km gefahren. Diese aber waren super schön.
Aber lasst mich am Anfang beginnen. Nach dem Frühstück und beim Abbau fing es natürlich zu regnen an. Ich war leicht genervt, weil ich keinen Bock hatte, das Zelt nass einzupacken. Das musste jetzt echt sein. Naja, war eben nicht zu ändern. Lamentieren hilft nicht, also packen und weg. Wir fahren wieder hoch in den Velebit, und zwar die gleiche Straße wie gestern hinunter. Richtung Gospic, biegen aber vorher links ab und fahren über Smilja und Mala Plana, auf sehr kleinen Straßen quer durch den Velebit. Die Straße war noch etwas nass ging aber recht gut. In den bewaldeten Berghängen hing noch der Nebel/Dunst vom Regen drin. Sah toll aus. Wir hatten Kurve an Kurve und ich genoss dennoch jeden Meter. Es hat aufgehört zu regnen und meine Laune kehrte sehr schnell zurück 🙂 Zudem nehmen wir auf dem Weg noch den einen oder anderen Pass mit. Pässe fahren geht immer. Da bin ich happy. In Kranso Polje essen wir, unter einem gelben Sonnenschirm, eine leckere Pizza zu Mittag und danach schlängeln wir uns weiter durch den Velebit im Hinterland. Irgendwann gehts wieder runter an die Küste und wieder über Sveti Juraj. Irgendwie können wir uns heute nicht einigen, wie weit wir fahren sollen/wollen. Nach dem 3. mal Anhalten entscheiden uns aber für einen zwar sehr großen, aber im hinteren Teil sehr naturbelassenen Campingplatz, der jetzt noch sehr leer, und dementsprechend sehr angenehm ist. Keine Parzellen in diesem Teil und wir verkrümmeln uns zwischen die Bäume recht weit hinten, aber nicht zu weit vom niegelnagelneuen Waschhaus entfernt, das zwar schon in Betrieb ist, aber definitiv noch nicht fertig gestellt ist. In diesem Teil bietet der Platz viele Nischen und damit auch etwas Privatsphäre. Über kleine Trampelpfade und teilweise Betontreppen gelang man in die Kleine Bucht unterhalb vom Platz. Wir gehen noch kurz ins Wasser, auch wenn es recht frisch ist und der Tag nicht so warm und sonnig wie zuvor. Der Sonnenuntergang ist ein Träumchen und wir genießen es einfach rumzudümpeln ohne heute einen extremen Fahrtag gehabt zu haben.

7.6. Mittwoch Tag 14

Heute nun wollen wir zurück in die Slowakei. Das Wetter sieht nicht gerade freundlich aus und je näher wir an Rijeka heran kommen um so extremer wir die schwarze Wand die vom Meer herein schiebt. Wir fahren schön an der Küste entlang und können sehr deutlich den Regen sehen, der in der Bucht nieder geht. Auch hier und da ein Blitz ist zu sehen. Noch sind wir trocken und es treibt uns weiter, raus aus der Stadt und rein in die Berge, nur weg von diesem Wetter. Die Straßen sind gleich wieder sehr kurvig und klein und je weiter wir von Rijeka weg kommen um so zuversichtlicher werde ich bezüglich des Wetters. Immerhin fahren wir jetzt erst mal der Sonne und dem bleuen Himmel hinterher, oder entgegen. Unvermittelt stehen wir an einem kleinen Grenzübergang mit einem extrem schlecht gelaunten und mürrischem Zöllner. Wir schossen ein Grenzfoto und er ranzte uns an, dies sei eine Grenze und kein Fotospot. Lies uns aber fahren. Es gab hier nur ein einziges Grenzhäuschen und er war ganz alleine. Wahrscheinlich nervte es ihn, dass zwei Biker gerade bei seiner Lieblingssendung daher fahren mussten, hat er sonst ja nie was zu tun hier *grins* Es war auf der gesamten Reise und bei allen Grenzübertritten auch das erste mal, dass wir die Helme abnehmen mussten. Ich fahre einen Klapphelm und man konnte mein Gesicht ja sowieso gut sehen, aber gut. Dann eben Helm ab. Er war wirklich sehr mies drauf, lies uns aber ohne weiteres fahren. Jetzt hatte uns das Wetter wieder langsam eingeholt und wir gaben die Sporen. Noch war alles trocken und es war super angenehm zu fahren. Wir genossen wie immer, kleine und leere, kurvige Sträßchen. Alles ging gut bis  irgendwo vor Postonja, und es fing mal wieder an zu regnen. Nicht sehr stark aber eben Regen. Jetzt wir mal wieder leichte Differenzen bezüglich des Weges. Denn jetzt wollten wir nur vorwärts kommen. Chris meinte, okay, dann fahren wir nach deinem Navi und schwupps fuhr er wieder vor.. haha. Ich blieb stehen, er kommt zurück. Was los sei? Ich sagte, mein Navi will rechts. Er sagte, was willst du dort, da gibt’s nur Wald. Ich so, mein Navi sagt, das sei kürzer, das fährt eh nicht offroad. Okay, dann fahren wir halt und peng-Schotter. Ich musste echt lachen und dachte, egal, durch da jetzt und ja es war auch nur eine ca. 500 meter lange Abkürzung auf eine andere Straße und ab da ging es dann relativ zügig nach Postonja. Und hier machte Petrus ernst und der Himmel ergoss sich über uns. Wir flüchteten in eine Tankstelle unters Dach. Dort gesellten wir uns zu einem Bikerpaar aus Deutschland und verbrachten die nächsten 1,5-2 Stunden, wartend, Kaffee trinkend und schwazend in der Tankstelle. Jetzt lies der Regen nach und wir beschlossen weiter zu fahren, nachdem wir schon überlegten einen Bungalow auf dem nächsten Campingplatz zu mieten. Wir fahren also weiter und sehen nach einigen KM ein großes Transparent B&B Bikers welcome. Kurz besprechen und yepp, wir fahren mal hin. Großes Anwesen, mit sicherem Unterstand für die Bikes, neues Haus mit schönen Zimmern. DZ für 50 Euro. Okay, nehmen wir, aber vorher fahren wir noch in den Supermarkt und kaufen fürs abendliche Vesper ein. Es ist noch relativ früh und jetzt ist das Wetter wieder besser, aber egal, wir hatten keine Lust mehr. dafür werden die nächsten beiden Tage etwas streng, hatten wir doch noch ca. 800 KM vor uns.
Beim Abendessen und bei einem Bierchen, war klar, wir fahren über Italien zurück, das Wetter soll gut werden am nächsten Tag und wir freuen uns schon auf den Fahrtag. Genossen den Abend und fielen irgendwann in einen tiefen Schlaf. Heute gibt es nur ein Bild 😉
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8.6. Donnerstag Tag 15

Wir stehen relativ früh auf und haben schnell gepackt und die Bikes beladen. Dann mal stärken am schönen Frühstücksbuffet und schon sind wir wieder auf der Straße. Noch hat es leichten Hochnebel, der sich aber sehr schnell lichten wird. So fahren wir auf einem Kamm entlang und genießen die Aussicht bei strahlendem Sonnenschein. Chris‘ Navi findet immer die herrlichsten kleinen Straßen, mit wenig Verkehr und vielen Kurven. Es macht unglaublich Spaß, hinter ihm herzufahren. Natürlich gibt es auch heute wieder den einen oder anderen Pass zu überwinden, was ja aber extrem viel Spaß macht. Nach einiger Zeit finden wir uns auf einem Pass Namens Sedlo Ucja, der auch gleichzeitig die Grenze zu Italien darstellt. Auf italienischer Seite geht’s in reinster Dolomitenmanier kurve um Kurve abwärts und ich genoß, die Straße und die vielen Kurven in vollen Zügen. Hier und da ein kurzer Fotostop, unterwegs irgendwo an der Straße ein schnelles Vesper und immer grobe Richtung Bruneck, Sterzing und dann über die alte Brennerstraße. Auf dieser und schon in Österreich beratschlagen wir, wo wir unser Camp aufschlagen sollen. Da unsere Navis nicht sehr viele Campingplätze anzeigen, entscheiden wir uns für einen, von dem Chris sagt, der sei ein bisschen abseits der Straße. Dass wir ca. 20 KM ins Stubaital hineinfahren müssen, war uns da noch nicht klar. Egal, wir taten es und finden den PLatz schnell. Günstig ist anders, aber wir stehen an einem rauschenden Bach mit Blick auf die Berge. Beim einfahren ins Tal haben wir einen schönen Blick auf den Gletscher vor strahlend blauem Himmel. Sieht super aus. Der Sonnenuntergang lässt die Berge ringsherum leuchten, was mir sehr gut gefällt. Natürlich gibt es auch heute ein leckeres Abendessen, da die ca.400 KM zwar sehr schön, aber auch anstrengend waren. Wir krabbeln relativ früh in die Schlafsäcke, zumal es sehr frisch wird, als die Sonne weg war. Da ist es im Schlafsack, doch viel kuschliger 🙂 Zuvor saßen wir aber noch im Waschhaus und luden die Handys, wärmten uns auf und benutzten das Wlan.

9.6. Freitag Tag 16 und letzter Fahrtag nach Hause *seufz*

Ich bin lange vor Chris wach, aber irgendwie komme ich nicht vorwärts heute. Chris steht auf und irgendwie ist er vor mir fertig mit packen und es zieht ihn nach Hause. So fährt er ca. 10-15 Minuten vor mir los, zumal wir eh verschiedene Strecken einschlagen wollen. Er möchte auf die Autobahn und schnellstmöglich Richtung Heimat und ich will quer fahren auf direktem und kürzestem aber sicher nciht schnellstem Wege. Hab ja aber Zeit und es ist egal, wann ich ankomme. Ich packe in Ruhe fertig und starte dann auch. Durch Innsbruck geht’s recht zügig, bis auf einen Opa, der zwar Ortskundig ist, aber keine Ahnung hat, wohin er will, was mich durchaus in die eine oder andere brenzlige Situation bringt. Ich bin froh, als er endlich, zwar viel zu spät und sehr abrupt rechts abbiegt, und damit eine weitere, nicht ganz ungefährliche Situation Innerorts für mich hervor ruft. Ich reagiere aber schnell, da ich es ahnte und kann eine/n Kollision/Sturz verhindern. Ich überlege, ob ich den Kühtai fahren soll, entscheide mich schweren Herzens dagegen, habe ich doch auch so schon 400 KM vor mir. Irgendwie erwische ich aber auch die falsche Bundesstraße und komme somit nicht durch Imst, denn das Hantennjoch, wollte ich evtl. trotzdem mitnehmen. Nun ja, egal, ich fahre also auf toller kurviger Straße, mit leider extrem viel Verkehr. Wohnmobile, Wohnwagen, LKW’s und überhaupt macht das gar keinen Spaß. Ich hatte gerade überholt als ich einen großen Schotterparkplatz entdecke und wer steht drauf? Ja richtig, Chris 😀 Ich Blinker rechts und gerade noch so, die Ausfahrt erwischt *grins*  Jetzt konnten wir auch gleich die Ersatzschlüssel austauschen, das hatten wir nämlich vergessen heute Morgen.
Wir fahren zusammen weiter, doch mein Navi will gleich 2 KM später rechts abbiegen, ich bleibe aber noch an Chris dran, gemeinsam geht’s über den Fernpass, der zumindest einigermaßen befahrbar war und ehe ich mich versehe, war ich auf der Autobahn und in Deutschland, das wollte ich so gar nicht, wollte ich eigentlich nochmal tanken in Österreich. Naja, nun ist es so und ich verlasse die Autobahn an der nächsten Ausfahrt.
Die Fahrt quer durch das Allgäu ist wunderschön und die Straßen ähnlich klein und leer wie auf der ganzen Reise. Einzig der extreme Seitenwind macht mir etwas Mühe. Aber ich kämpfe mich mit guter Laune auch da durch. Der Wind lässt irgendwann nach und ich erreiche Reutlingen leider im Feierabendverkehr. Was wiederum zur Folge hat, dass ich einen Gewitterschauer abbekommen, der sich gewaschen hat. ca. 15 Minuten Starkregen. Na super. Jetzt war ich richtig sauer. Musste das denn sein? Aber tatsächlich, führte mich mein Navi, wieder ans Licht und die Sonne trocknete mich sehr schnell auch wieder. So genoß ich die letzten Km doch noch sehr und ich komme nach 401 KM heute und 4086 Gesamt-Kilometern gegen 17 Uhr zu Hause an. Happy und müde, aber auch mit etwas Wehmut, fahre ich das Bike in die Garage und lade es gleich ab.

Ich hoffe, ihr hattet Spaß beim Lesen und begleitet mich auf meinen weiteren´Reisen auch wieder! Ich freue mich über ein Feedback.
Bis zum nächsten mal
Smarty 😀

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Kurvenhatz im September

•9. Oktober 2016 • Schreibe einen Kommentar

Freitag 23.9.

Ich starte früh um 6:45, erst tanken dann Richtung Mulhouse auf der BAB, wo ich gegen 9:15 aufschlage. Dort verweile ich bis ca. 13:30 Uhr, danach mache ich mich auf Richtung Jura. Ab jetzt nur noch Landstraße. Mein Navi führt mich ziemlich irr und irgendwann finde ich
mich an der Schweizer Grenze wieder. Ich wollte entlang aber nicht IN die Schweiz. Ich muss umkehren um wieder französisches Netz zu bekommen, damit ich auf Google Maps schauen kann, wohin mich mein Navi führte. Fakt ist, es ist nicht die Route, welche ich
gelegt hatte am Laptop. Ich kann mich orientieren und fahre in die Richtung. in die ich wollte. So lande ich, nach 380 km, tatsächlich wieder in Morteau, wo ich mit Martin im Juli schon mal war 🙂 Eigentlich wollte ich ja weiter, aber den Platz kenne ich und die Leute, die dort arbeiten auch. Zudem bin ich müde und habe keine Lust mehr, nen anderen Platz zu suchen.Witzig finde ich es trotzdem, hier gelandet zu sein. Es gibt nicht mehr sehr viele Camper auf dem Platz. Nur noch ein Baden-Badener Wohnmobil und etwas nach mir kommt noch ein junger Franzose mit Zelt und Auto dazu. Ich komme mit den Deutschen ins Gespräch und sie versorgen mich freundlicherweise mit Wein und Kaffee 🙂 Es wird schon recht frisch am Abend und ich kuschel mich gegen 21:30 in den Schlafsack, der richtig warm ist!20160923_183525

Samstag 24.9.

Ich bin früh wach, ca. 6 Uhr. Alle schlafen noch und ich schäle mich aus meinem warmen Schlafsack. Was zum Henker ist das denn? Nebel satt!Alles ist nass, aber wurscht.

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Ich fange an zu packen und meine Sachen zu verstauen. Irgendwann kommen die Baden-Badener aus dem Womo und versorgen mich sogleich mit Kaffee und belegtem Baguette. Wie schön ist das denn?

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Bevor sie fahren wärmt mir der eine Herr noch mit seinem Fön,meine Hände und die Jacke von innen. Fand ich sehr angenehm, weil die Kälte die letzten Stunden in alle Glieder kroch. Als ich aufstand hatte es frische 6 Grad, jetzt gegen 9 uhr sind es ca. 9 Grad und das Womo ist weggefahren. Ich mache mich langsam auf Richtung Süden.
Ich fahre jetzt die tolle Strecke an der Doubs entlang und ich denke, verdammt, ich sollte die Actioncam am Bike befestigen! Also halte ich nochmals am Straßenrand auf einer Parkbucht an und installiere die Cam am Sturzbügel. Ich sitze auf, will nochmal kontrollieren ob alles läuft und richtig eingestellt ist, und zack, da hauts mich mitsamt der AT auf die Fresse. Was für eine Scheiße 😦 Aber ich war noch nicht wirklich aufgestanden hielten zwei Autos an. Die Männer sprangen aus ihren Fahrzeugen und halfen mir sofort, meine Karre aufzurichten. Kaum stand sie, waren die Zwei auch schon verschwunden.
Dass ich genug Zeit hatte, mich zu bedanken war auch schon alles. Erstaunlich, wie hilfsbereit die Franzosen sind! Ich Deutschland würde ich wohl heute noch liegen.
Der Schreck saß erst mal tief und ich hatte ganz schön zittrige Beine und Hände, als ich vom Platz fuhr. Einige Kurven später war es vergessen. Die Sonne brach durch die Nebelschwaden und die die Straße wand sich an der Doubs entlang. Wie ich diese Straße liebe. Mein Weg führt mich über diverse Pässe und immer weiter Richtung Süden. Ich passiere eine Brücke über eine Schlucht und musste erst mal anhalten. Es war einfach zu schön, mit all den Herbstfarben. Irgendwo im Nirgendwo komme ich durch ein Dorf, in welchen auf einem großen Platz ein Eisenbahnwagon steht, dieser ist zu einem Restaurant umgebaut und zieht meine Aufmerksamkeit auf sich. Ich halte an und schaue mal, was es so zu essen gibt. Ich hab hunger und lust auf einen Salat. Ich mache Pause in der Sonne und genieße es dort zu essen! War sehr lecker!

Ich passiere Annecy und winde mich weiter durch die Kurven bis ich am frühen Abend gegen 18:45 in Albertville auf dem Campingplatz ankomme. Ich stelle das Zelt auf und gehe einkaufen, damit ich noch etwas essen kann und gehe, wie jeden Abend früh schlafen, möchte ich doch morgen früh weiterfahren. Es warten viele Pässe und Kurven.

Sonntag 25.9./ Montag 26.9.

Ich stehe wieder früh auf und fange sogleich an zu packen. Als das meiste verstaut ist mache ich mir einen Kaffee und stärke mich erst mal ordentlich. Als alles sauber und verstaut ist, fahre ich los. Auf den ersten Metern habe ich eine tolle Aussicht auf die Berge mit schrägem Lichteinfall der Sonne. Wirklich tolle Stimmung. 20160925_100844_richtonehdr

Dann gehts auf den ersten Pass, Col de la Madeleine auf 2000. Ultraschönes Wetter und wahnsinnige Aussicht. Super Kurvenstrecke und ich bin happy, trotz meiner Angst losgefahren zu sein.

Von dort geht es weiter über den Col du Glandon und dann weiter über Huez nach Allemont. Eine unglaublich schöne Strecke, die immer wieder an Seen vorbei führt. Endlose Kurven auf leeren Straßen bei strahlendem Sonnenschein 😀


Von Allemont gehts über eine sehr schmale Straße rauf zum Pas de la Confession. Der Ausblick von oben ins Tal ist Atemberaubend!

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Oben traf ich, wie solls auch anders sein, drei Radler. Diesmal aus Holland. War sehr lustig mit ihnen. Ich lies sie zurück, weil ich in die Richtung weiter musste, aus der sie heraufgestrampelt kamen 🙂 Weiter ging es über kleinste Sträßchen und diverse kleinere Pässe in abgelegenen Ecken, immer südwärts bis Gap. Auch hier kam ich erst spät an. Auch wieder gegen 18:45 weil der erste Campingplatz zu hatte, ich suchen musste und der andere zum Glück offen hatte. Ich machte mir etwas zu essen und verkroch mich früh in meine Penntüte. Die Nacht war unruhig, dank eines bösen Alptraumes. Ganz üble Geschichte auf die ich nicht näher eingehen möchte…Am nächsten Morgen, musste ich mich erst mal sammeln, war gerädert aber froh, dass die Nacht um war. Belohnt wurde ich mit einem wundervollen Sonnenaufgang.

Ich packte wie immer früh und nach einem kräftigen Frühstückging es auch schon weiter Richtung Barcelonette. Und damit nochmal richtig rein in die Seealpen. Doch vorher passierte ich noch den ein oder anderen See und hatte wunderschöne Ein- und Ausblicke in die Natur dort.
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Ich lies Barcelonette links liegen und begab mich sogleich auf die Straße zum Col d’Allos.Die Straße war erst mal gesperrt und ich verlor ca. eine halbe Std. weil ich warten musste, bis die Straße für ca. 1 Std geöffnet wurde. Nach einer halben Std. durfen wir, alle die warteten, weiterfahren. Die Straße wurde sehr schmal und begann sich in immer stärkeren Kurven nach oben zu schrauben. Doch lange ging es nicht und wir kamen zur Barriere. Dort mussten wir nochmals ca. 10 Min. warten bevor einer angefahren kam und wir passieren durften. Hinter mir ein Franzose, der die Strecke sehr gut kannte und mich echt getrieben hat. Bei nächster Gelegenheit lies ich ihn vorbei. Dann hatte ich den Italiener im Nacken, der schon an der 1. Barriere mit mir wartete und mit dem ich mich etwas unterhalten hatte, der diese Strecke seit 3 Jahren fährt und der auch jede Kurve kennt.. auch ihn lies ich passieren. Die mussten ja alle arbeiten.. ich hatte Zeit und wollte genießen.
In der Baustelle musste ich einen Schlauch überfahren, der mir fast zum Verhängnis wurde, aber ich konnte die AT abfangen und es ist nichts passiert.
Jetzt konnte ich ganz in Ruhe der schmalen Straße folgen, doch was zum Henker ist das? Plötzlich ballert ein 650ccm, Roller an mir vobei, rein in die Kurve, aufgesetzt, dass es nur so staubte. Schweizer Kennzeichen. Ich glaub ich spinne. Ich hatte vor dieser Linkskurve schon gute 70 km/h drauf, da semmelt der wie ein Geisteskranker an mir vorbei, dass ich fast vom Bike gesprungen bin, vor Schreck. Oben am Passschild reden wir kurz miteinander und er meinte nur: Ich bewege meinen Roller dem Terrain angepasst. Aha.. ich denke, er sollte eine Supermoto fahren *lach* Aber abgesehen davon, war der Ausblick oben grandios 😀 und die Straße ins Tal ebenso schmal wie kurvig.

Dort sah ich auch mal wieder ein Murmeltier *freu* Unten kam ich durch ein mittelalterliches Dörfchen, nochmals über kleinere Pässe und Wasserscheiden, bevor es dann entlang des wunderschönen und türkisfarbenen Flusses Verdon nach Castellan ging, wo ich meinen nächsten Stop habe.

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Im Ort angkommen, hielt ich gleich am Einkaufszentrum an und nahm mit, was ich noch brauchte. Ich war wieder später dran und wollte dann auf dem Platz bleiben. Zelt aufstellen und etwas essen, duschen und labern. Es gab einige Deutsche auf dem Platz und einige Motorradfahrer. Der bisher vollste Campingplatz den ich auf dieser Reise hatte und doch war er alles andere als voll. Walter und seine Frau sind vom Bodensee und mit Auto, Hänger und Bike hier. Von ihm bekomme ich noch den ein oder anderen Tip und ich laufe doch nochmal zum Einkauszentrum um mir eine Speicherkarte für die Actioncam zu kaufen. Die Karten, die ich bestallt habe, kamen zwar, waren aber eine Falschlieferung. Ich bestellte Micro SD Karten und bekam normale SD Karten. Extrem ärgerlich, aber leider nicht zu ändern. Zurück am Platz hockte ich noch mit den Beiden zusammen bei einem Bierchen. Gegen 22 Uhr wollte ich dann aber in meine Koje krabbeln. Ein wirklich schönter Tag und Abend geht zu Ende.

Dienstag 27.9.

Ich fahre mit etwas Verspätung los. Wollte spätestens 9:30 auf der Straße sein, komme aber erst 9:45 los. Es geht sofort hinein in den Canyon und ich genieße die ganzen Kurven entlang der Schlucht, die sich immer tiefer in die Erde frisst. Die klaffende Wunde, in der die Lebensader mit dem türkisfarbenen Blut läuft, ist extrem tief und ich fahre an ihrem Rand entlang. Nehme die D 23, die eine Schleife bildet und wirklich an der tiefen Schlucht entlang führt. An einem der Aussichtspunkte halte ich an und laufe auf eine Felsplatte um in die Schlucht zu schauen. Mir wird schwindelig als ich sehe wie tief es wirklich ist. Es wäre sicher kein Problem für einen Basejumper da mit seinem Schirm in die Schlucht zu springen. Ich weiß, dass die Schlucht zw. 200 und 700m in die Tiefe geht. An der Stelle, an der ich Stand, denke ich, hat sie ganz locker zw. 500 und 700m. Atemberaubend schön!

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Auch die morgendliche Stimmung in den dunstverhangenen Bergen ist eine Augenwiede.

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Nach dem Canyon geht mein Weg westwärts grobe Richtung Manosque, dort auf die D5 über den nächsten Pass und von dort eine kleine wunderschöne, kurvige Straße durch einen weiteren Gorges. Unglaublich. Ich werfe die Twin von links nach rechts und wieder zurück. Seit Tagen tanzen die AT und ich durch die kurvigen Straßen Südfrankreichs. Es ist fast wie Meditation. Ich bin eins mit meinem Bike und der Straße. Man pendelt sich ein und möchte gar nicht mehr aufhören. Man hofft, die Straße würde niemals enden und doch muss man irgendwo halten und abbiegen, aber eigentlich nur um eine weitere Straße mit endlosen Kurven entlang zu pendeln. Mal große mal kleinere Schwünge, mal mehr mal weniger Schräglage aber doch in Dauerschräglage. Die D 943 führt mich nochmal durch eine einsame Kurvenlandschaft ab Saint-Santurin lés Apt und über Murs nach Carpentras.

Auf der D 943

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Nach dem Col de Murs geht es nochmal eine kleine enge Straße durch eine Felsenlandschaft mit Bäumen durchzogen und endlosen Kurven. Man wird geradezu süchtig danach und mag trotz langsam aufkommender Müdigkeit nie mehr aufhören. Das ist wirklich wie meditieren 😉
Zw. 17 und 18 Uhr habe ich endlich den Campingplatz gefunden, den ich suchte. Zuerst führte mich mein Navi an eine völlig falsche Stelle, das ganze auch noch über einen Feldweg *kreisch* und plötzlich fand ich mich an einem 5 Sterne Campingplatz wieder. Ähm, da wollte ich eigentlich nicht hin. Ich fragte dort, ob es noch einen anderen Campingplatz gäbe und man schickte mich dort hin. Gut, dass ich ihn gefunden habe. Er war klein wie immer, aber eben einfach und günstig und was braucht man schon mehr, als einen günstigen Platz, wenn man eh nur eine Nacht bleibt 🙂
Das übliche Prozedere begann. Zelt auspacken und aufstellen in der Sonne um es zu trocknen. Dann alles fertig aufstellen und einrichten und ab zum Supermarkt, einkaufen für Abendessen und Frühstück. Zurück am Platz kochen, essen, duschen schlafen 🙂

Mittwoch 28.9.

Wie immer bin ich früh auf den Beinen und fange an zu packen. und das Bike zu beladen, dann Kaffee und ganz zum Schluss das Zelt zusammen packen. Immer in der Hoffnung, es würde etwas abtrocknen. Zuerst geht es durch Orange wo ich eine Art Triumphbogen sehe und erst mal für ein Bild halte. Dann geht es weiter über die N7 durch Mornas, das eine alte Festung aus dem 11-14. Jahrhundert besitzt. Sowie zwei alte Stadttore und drei alte Kapellen. es gehört zu den Historischen Dörfen in der Ecke.

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Weiter führt mich mein Weg über die N86 und die D994 über eine sehr lange und alte Steinbrücke nach Pont-Saint Esprit.

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Von hier über Saint-Just- d’Ardéche auf die D 290, welche die Straße durch den Gorges Ardéche darstellt. Also schlängel ich mich den Georges entlang und komme wieder in das meditative Schwingen mit dem Motorrad. Links rechts, links rechts usw. Endlose Kurven auf sehr guter, breiter und ausgebauter Straße. Von der Ardéche selbst sieht man nur etwas, wenn man an den Aussichtspunkten anhält. Was ich sehr schade finde, weil man ja nicht an jedem Punkt halten möchte. Ich hab mir zwei, drei ausgesucht und bevorzugte eher das gleichmäßige durch die Kurven pendeln. Natürlich musste ich auch am berühmten Felsentor über die Ardéche anhalten und das obligatorische Bild machen. Mein absoluter Favirit aber ist die Schleife (die Amis würden es Horseshoe nennen) Das ist DER Ausblick an der Ardéche.

Irgendwann biege ich schon wieder ab ins Landesinnere und es geht wieder über kleinste und verlassene Sträßchen gen Norden. Ich komme durch ein wunderschönes kleines und altes Dörflein Namens Balazuc. Historisches Dörflein an der Ardeche liegend reingepresst in ein kleines Tal. So schön. Danach wieder ein kurzes Stück Nationalstraße und dann wieder weiter auf kleinsten verwundenen Straßen durch Pinienwälder. Ich lasse Aubenas links liegen, irgendwo in einem Tal finde ich ein Restaurant mit Terrasse, stelle mein Bike daneben ab und esse einen Salat bei 26 Grad und fülle erst mal meinen Wasserhaushalt im Körper auf. Weiter geht es über unzählige und endlose Kurven und weiteren Pässen, Seen und Tälern. Landschaflich wahnsinnig reizvoll, weil Natur pur. Herbstfarben mit viel rot, Hügel und Berge, kleine Schluchten, Flüsse, Brücken und Wälder.

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Weil ich aber sehr unsicher bin, ob ich einen offenen Campinplatz in dieser gottverlassenen Gegend finde, beschließe ich gegen Nachmittag nach Valence zu fahren. Eine größere Stadt,
da wird sich sicher etwas zum übernachten finden lassen. Leider versagt meine Technik und ich kann nicht wirklich etwas finden, so frage ich in meiner fernwehgruppe und bekomme den Tip, doch noch 17 KM weiter nach Tournon zu fahren, dort gäbe es auf jeden Fall zwei offene Campingplätze, die auch günstiger seien, als Valence selbst. Also tanken und weiter. ich bin müde und eigentlich fertig am heutigen Tag. Es war heiß und der Weg war weit. Als ich ankomme sollte der Platz 16,20 € kosten. Krasser Kurs. Man erklärt mir, dass es einen Einheitspreis gäbe pro Platz und 2 Personen, unabhängig davon, mit was für einem Gefährt man ankommt. Hm, die Frage nach dem anderen Platz habe ich gestellt, aber angesichts des Staus, den ich schon hinter mir hatte und der jetzt eben auch wieder Stadteinwärts ging, beschloss ich zu bleiben. Just in diesem Moment kommt ein holländischer Herr mit seinem Auto angefahren und der Manager vom Campingplatz meint, ob wir uns einen Platz teilen wollen, sie seinen groß genug. Gesagt getan und so bekam ich wieder einen Platz um ca. 8 Euro 😉 Der Holländer war sehr nett und versorgte mich mit Wasser und Äpfeln. Die Engländer neben uns, mit Bier und Westernkartoffeln. 🙂 Der Platz war gut belegt. Viele Wohnmobile. Klar, Hauptreisestrecke und doch viele Rentner in der Nachsaison unterwegs. Aber die Engländer waren cool. Großes Womo mit nem angehängten Smart 🙂

Donerstag 29.9.

Der Tag beginnt wunderschön mit einem genialen Bilderbuch-Sonnenaufgang über der Rhone und beim Abbau, knallt dann eine Zeltstange. Es dauert eine Weile, bis ich die kaputte Stange aus dem Stangenkanal gefischt habe, weil sie sich immer wieder verhakt. Aber irgendwie schaffe ich es dann doch. Mein holländischer *Mitbewohner* hat eine Wasserpumpenzange, mit der ich die Stange soweit zusammendrücken und hinbiegen kann, dass ich die Reparaturhülse darüber bekomme.

Mitterweile ist das Zelt einigermaßen abgetrocknet und ich bin fertig mit packen. Also los gehts.
Kaum habe ich Tournon verlassen biege ich links ab und die Straße fräst sich förmlich, entlang des Georges de Doux in den Berg. Ich kann mein Glück kaum fassen und werfe die AT von links nach rechts und wieder zurück. Herrlich, so kann jeder Tag beginnen und ich setze meine 280km Kurvenhatz von gestern fort. Irgendwann muss ich mich rechts halten und wow, der Ausblick in die Schlucht ist grandios. Ganz unten lässt sich Wasser erkennen,
etwas darüber schmiegen sich Bahngleise an den Hang und hier und da überspannen alte Steinbrücken die Schlucht! Grandios! Ich sehe meine Straße entlang des Berges talwärts ziehen und gebe Gas, nachdem das obligatorische Bild gemacht wurde.

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Rechts, links, rechts, links usw. Ich komme ins Träumen, will gar nicht mehr aufhören. Was waren gleich nochmal gerade Straßen? 😂 Weiter und immer weiter Folge ich dem rauhen, schwarzem Band. Hier und da ein Col, kurzer Stop mit Bild und weiter geht’s. Ich vergesse alles und genieße nur noch. Strahlend blauer Himmel, 25 Grad und leere Straßen, Kurven satt. Was will man mehr? Ich bin im Fieber. Essen und trinken werden überbewertet. Doch was ist das? Nach ca. 4.5 Std. meldet sich meine Blase und irgendwie auch mein Magen. Was schon so spät? Wie die Zeit vergeht. Okay. Ich halte an. Eben noch nen Schluck Wasser und weiter geht’s. Richtig,ich habe nicht gegessen, ganz vergessen 😂 Irgendwann musste sich auch mal tanken, wieder Wasser und weiter. Nach 290 km Kurvenrausch komme ich müde und fertig in Nantua an und suche nach einer Bleibe. Es ist extrem windig heute und der kleine Campingplatz hat zwar offen, aber mein Bauch sagt nein. Ich möchte ein Hotelzimmer für die letzte Nacht. Es wird sicher sehr kalt heute Nacht und ich habe keine Lust auf nasskalt
morgen Früh, zumal es ein langer Tag mit über 300 km werden wird. Ich möchte mich richtig ausschlafen. Fazit nach nicht ganz 1900 km seit Freitag. Kurvensüchtig ohne Ende und ich muss unbedingt nochmal hier her kommen.
Dieser Nationalpark bei St.Etienne ist grandios! Wenn ich euch jetzt noch erzähle, dass ich unterwegs auch noch nen Hai gesehen hab, denkt ihr sicher, ich bin völlig übergeschnappt. Kann passieren hier 🙂

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Freitag 30.9.

Ich hab richtig gut geschlafen und tat gut daran etwas mehr Geld auszugeben für ein warmes Bett und ebenso warmes Zimmer. Alles lässt sich viel besser packen aber ich lasse mir viel Zeit, da ich erst gegen ca. 19:15 in Mulhouse sein muss. Ich freue mich auf einen neuen sonnigen Tag mit vielen Kurven. Die Jura steht wieder an und ich will heute von Nantua bis Mulhouse durchfahren. Noch in Nantua fängt die Straße an, sich den Berg hochzuschrauben. Der Blick über die kleine Stadt und den See ist wunderschön. Die Sonne lacht und es ist angenehm warm schon heute Morgen. Ich habe ein breites grinsen auf den Lippen als ich eintauche in die Ruhe des Waldes mit seinen Kurven.

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Natürlich nehme ich mal wieder den einen oder anderen Pass mit und fahre bald durch Oyonnax. Die Jura hat mich wieder und ich gondle halt so weiter und schwinge mich ein. Irgendwann an diesem Tag lande ich mal wieder ungewollt in der Schweiz und habe es nicht mal mitbekommen. Da war keine wirkliche Grenze, um nicht zu sagen, gar keine. Und ebenso wie ich plötzlich in der Schweiz war, mit wirklich schönen kurvigen Straßen,
ebenso unspektakulär war ich plötzlich wieder in France. Zwischendrin war die Fahrt heut eher langweilig, weil die Hochstraßen in der Jura oft geradeaus gehen. Klar hat die Jura wunderschöne kurvige Sträßchen, aber auf den Hochebenen ist es manchesmal eher langweilig. Nicht so hingegen in der Ecke von Saint Claude und und um St. Hippolyte. Ich liebe diese Gegend und es war mal wieder ein Traum mich dort auf wieder neuen und bekannten Straßen entlang der Doubs durchzuschlängeln.

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Alles in allem aber war es ein wunderschöner Fahrtag mit ca 360 km und einer Kaffeepause im Wald 😀
Angekommen bei meiner Freundin bin ich gegen 19:15 und ich wurde super lecker bekocht und beherbergt. Ein großes Dankeschön dafür 😀

Hier noch ein kleines Movie entlang der Doubs 🙂

 

Samstag 1.10.
Nachdem ich mit und bei meiner Freundin noch einen schönen Tag verbracht hatte, nahm ich gegen frühen Abend die letzten 200 km unter die Räder. Diesmal langweilige Autobahn, da es a) schon dunkel wurde und b) ein ziemlich bescheidenes Wetter auf mich zukam.       So musste ich die letzten 120 km auch noch durch den Regen fahren. Kurz vor 21 Uhr war ich aber glücklich zu Hause und konnte anfangen von der letzten Woche zu zehren!
Eine schöne Woche mit 2405 KM geht zuende, aber ich bin happy es getan zu haben!

Die Berge rufen

•21. Juni 2016 • 2 Kommentare

Noch sind wir in den Vorbereitungen.. aber erst mal zum Anfang.
Nachdem Martin und ich schon ein paar Touren im Winter gefahren sind, gab es irgendwann die Idee, doch auch mal zusammen zu urlauben 🙂
Und so war schnell die Idee geboren auch mal so richtig Pässe wetzen zu gehen.

Da würde sich die „Route des Grandes Alpes“ doch gut eignen. Was, wie? Da war ich noch nie und du? Nö, wo ist das? Haha Martin, das ist in den Seealpen in Fronkreisch!
Sehr gut, da war ich noch nicht. Also schickte ich ihm den einen oder anderen Link und Bilder und schon war er Feuer und Flamme . Wir verabredeten ein Treffen, nachdem ich schon mal ein paar Stunden damit verbrachte die Tour für das Navi zu legen. Da kamen wir überein, dass wir definitiv nicht ohne zusätzliches Kartenmaterial losfahren wollen. Die besorgte Martin
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Es gab aber auch noch viele andere wichtige Dinge zu erledigen. So brauchte ich eine gute isolierende Isomatte und einen neuen Schlafsack, ich benötigte Alu-Koffer für meine Afrika Twin und diverse andere Ausrüstungsgegenstände, um meine etwas in die Jahre gekommene Campingausrüstung wieder auf Vordermann zu bekommen. Also wurde viel im Internet recherchiert und ich sprach mit vielen Weit- und Weltreisenden, was man evtl. brauchen würde usw. Nachdem ich im Februar mit einem anderen Kumpel darüber sprach, dass er Koffer selbst bauen möchte, gab ich diese bei ihm in Auftrag und siehe da, ende Mai waren sie endlich bei mir . Welch Freude 😀13320422_10153665891928297_5159205214060355843_o

Auch ist inzwischen fast alles Equipment angekommen und ich hab schon mal die „Küche“ zusammengestellt.
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Schlafsack und Isomatte sind auch da und einiges mehr 🙂
Jetzt mussten die Koffer noch ans Bike gebaut werden, dazu brauchte ich meinen Nachbarn, der gewisses Werkzeug und eine Garage mit daneben liegender kleiner Werkstatt hat. Dort haben wir uns Samstag vor 3 Wochen verkrochen und im Teamwork meine Koffer verbaut. Ich bin ganz happy damit!
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Und so sieht es am Bike aus:

 

Also quasi wäre ich Startklar, müsste da nicht erst noch ein Vorderreifen erneuert werden und sonstige Kleinigkeiten erledigt werden. Start ist ja erst am Freitag den 24. Juni.

Dienstag 21. Juni
Es ist mittlerweile schon wieder einiges passiert und ich war kurzfristig übers Wochenende mal eben in den Alpen um den neuen Vorderreifen anzufahren. Klappt alles wunderbar, auch mit Gepäck fahren und so.

Mein Navi wollte die gesamte Tour nicht annehmen, so muss ich diese auch noch in Teilstücken ausarbeiten. Zusätzliche Arbeit, aber so ist es halt mit der Technik.
Heute Abend hab ich noch ein langes Telefonat mit Martin gehabt um eine letzte Besprechung zu machen. Haben wir alles? Was muss noch erledigt werden. Wie sieht es mit Papieren aus? Grüne Versicherungskarte, Schutzbrief, Auslandskrankenversicherung und all sowas.
Wer besorgt was für den ersten Tag unterwegs. Was muss alles mit und was kaufen wir unterwegs. Ein langes Telefonat, welches aber sehr sichtig war.

Das Fieber steigt auf beiden Seiten. Ich hab noch das Eine oder Andere zu erledigen. Morgen auch nochmal arbeiten und dann hier alles auf Vordermann bringen. Bike beladen.
Am Donnerstagabend kommt Martin und Freitagmorgen gegen 9 Uhr solls losgehen.
Ich bin schon ganz aufgeregt, aber ich freue mich wirklich sehr, das erste mal seit März 2014 wieder Urlaub zu machen und nicht nur hier und da einen Wochenend-Trip.
Jetzt muss ich mich noch um divese Dinge kümmern und dann schnell ins Bett.
Ich bin müde…
Mehr demnächst 🙂

Donnerstag 23.6.

Das Fieber steigt, die AT ist beladen, aber ich muss nochmal ran, hab gesehen, dass die Gurte scheuern, da muss noch Lackschutzfolie drunter. Ansonsten bin ich Startklar.

Beladen
Heute Abend kommt Martin und Morgen gehts dann endlich los 😀
Ich kann es kaum noch erwarten, bin voller Vorfreude und damit voll motiviert 🙂
10 Tage raus aus Deutschland, hatte ich lange nicht mehr.
Ich werde versuchen, den Blog unterwegs auf dem laufenden zu halten, sofern ich Wlan habe.

Freitag 24.6. Tag 1

Geplanter Start war 9 Uhr, aber wir kamen erst mit etwas Verspätung los. Also gegen 9:40 saßen wir endlich, auf den eben noch vollgetankten, Bikes und los ging es erst mal über die BAB Richtung Basel. Das Wetter war sensationell. Die Sonne brannte, weswegen ich froh an meinem Trinkrucksack bin. Irgendwann hielt ich an und Martin fragte was los sei. Ich meinte, er müsse was trinken. Oh, gute Idee! Also mal eben etwas erfrischt und weiter ging es. In Weil am Rhein verließen wir die BAB und ab da ging es nur noch auf Landstraßen Richtung Genfer See. In irgendeiner Ortschaft fuhr Martin rechts ran. Da war ein Brunnen und außer etwas trinken wunderte ich mich geradezu, dass er nicht in den Brunnen sprang *lach*20160624_162926
Eine Dame im angrenzenden Garten sagte uns, dass es gutes Trinkwasser sei und so füllte ich meinen Trinkrucksack und Martin seine Wasserflaschen wieder auf. Das kalte Wasser war erfrischend und tat wirklich gut. Weiter ging es immer Richtung Montreaux. Also schnell kamen wir aufgrund der Verkehrsdichte und den Geschwindigkeitsbegrenzungen nicht voran. Dann plötzlich sind wir raus aus den Dörfern und es ging eine tolle Straße durch eine Laubwald. Endlich Kurven, aber das viele trinken zollte seinen Tribut und ab und an mal eine Pause im Schatten ist ja auch von Nöten.
Also wir weiter fuhren hatten wir auf die wirklich schönen Straße einen LKW vor uns… *kreisch* Endlich Kurven und dann sowas…
Also wir vom Berg oben runter nach Montreaux hinunter fuhren tat sich plötzlich der See mit dem schneebedecktem Alpenpanorama dahinter vor uns auf. Welch ein Anblick.20160624_180133_Richtone(HDR)
Es war wirklich noch sehr heiß und nun hieß es an der Promenade entlang durch die Stadt. Der Verkehr nahm zu und wir standen im Stau Richtung Frankreich. So schön diese Ecke ist, zuviel Verkehr. Die Laune konnte uns das nicht verderben. Gegen 19:06 kamen wir am Campingplatz an. Wir fragten nach einem Laden und Martin düste gleich nach dem einchecken nochmal los. Zurück kam er mit leeren Händen, der Marche machte um 19 Uhr dicht. Gar nicht dreist, fragte ich etwas erschöpft unsere netten Nachbarn, ob sie evtl. 2 kalte Biere für uns haben. Diese bekamen wir, Geld wollten sie keines nehmen. Wir freuten uns, auch wenn sich der Tag echt gezogen hat.
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Nachdem das Zelt aufgebaut war und wir unser Bier geschlürft hatten, machten wir uns noch etwas zu Essen und genossen den Blick auf den See bei herrlicher Ruhe. Das Wetter zog sich aber zusammen und wir hatten noch einen tollen Blick auf zigtausend Blitze. Dass das ganze ein Unwetter über der Schweiz bedeutete mit ca. 80.000 Blitzen und ca. 60.000 Blitzeinschlägen, sollten wir erst am nächsten Tag von Martins Freundin erfahren. So aus der Ferne, war das klasse anzusehen.20160624_202823
Fazit des Tages: 9Std 20 Min unterwegs 431,5 KM

Samstag 25.6. Tag 2
Heute sollte es also auf die Route des Grande Alpes gehen. In der Nacht hatte es geregnet und es war kühl an diesem Morgen. Alles war noch nass draußen, aber die Sonne bahnte sich ihren Weg durch die Wolke und bis wir nach dem Frühstück alles verpackt hatten, schien sie auch wieder. So ging es also erst mal runter zum Supermarkt Proviant besorgen und irgendwo tanken, und schon ging es los. Die ersten Kurven machten schon richtig Spaß. Leider meinte es der Wettergott nicht so wirklich gut mit uns. Ich suchte mit dem Navi eine Tankstelle und so führte uns das Navi erst mal runter von der Route, wir dachten die Tankstelle liegt im Ort, aber Pustekuchen, das war nur die kürzere Strecke. Das ärgerte mich schon sehr, da genau dann Petrus die Schleusen öffnete und es gab einen echt bösen Guss. Bei der Tankstelle angekommen stellten wir und erst mal unter und ich zog lieber mal die Regenklamotten drüber. Das war weniger angenehm, war es doch sehr schwül. Nass von inne und außen. Das Wetter zog sich durchwachsen weiter und so lies ich die Klamotten an obwohl ich fast umkam darin.  IN einem Dorf entdeckten wir einen Marktstand am Straßenrand wo wir sofort halt machten und verschiedene Salamis der Region und ein Wagenrad Tomme de Savoie kauften. Der Proviant war vollständig. Der dicke Verkäufer ein echtes Unikat 🙂 Die Straßen wurden schmaler und leerer und langsam hatte man auch die ersten schönen Ausblicke.20160625_134226

Jetzt ging die Pässejagt los. Der erste erklommene Pass der Tour sollte Romme sein. Ein Skidorf welches jetzt eher verlassen da lag, aber die Anfahrt war schon sehr toll. Die ersten tollen Wasserfälle waren zu sehen und auch die Straßenbegrenzungen zum Abgrund hin fehltern auf dieser Straße. Auf der anderen Seite runter hab ich erst mal ein Schild übersehen und flitzte noch um zwei Kurven rum, dann sah ich plötzlich den Splitt auf der Straße. Uiuiui schön langsam machen. Später erzählte mir Martin, dass er mir erstaunt hinterher schaute und sich fragte *Wie macht sie das?* Naja, wahrscheinlich kann man tatsächlich fast normal fahren, solange man nicht wahr nimmt, dass man auf Splitt unterwegs ist. Ich jedenfalls hatte keinen Rutscher, wunderte mich nur darüber, dass es dauernd knallte an meinem Motorschutz. Klar, wenn die Steine dagegen fliegen. *grins*
Jedenfalls fuhren wir im Schritttempo die endlosen KM den Berg runter. Die haben da LKW-Ladungen an Splitt hingeworfen.
Unten angekommen erklommen wir sofort den nächsten Pass. Col de la Colombiere. Hier mußte ich jetzt aber echt raus aus den Regenklamotten. Es wurde zunehmend wärmer. Auch wenn ein Wind ging, ich hielt es nimmer aus und es schien auch nicht mehr regnen zu wollen. Die nächsten Pässe folgten nachdem Martin in einem Dorf noch Baguette kaufte.
Col des Aravis und dann ging es in einsamen Windungen durch den Wald. Der erste Naturtunnel sollte folgen. 20160625_154545

Weiter ging es über den Col des Saisies,zum Col du Méraillet welchen an einem unglaublich schönen Stausee liegt. Ich ahnte zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass es noch eine Steigerung geben kann. In jeder Hinsicht!
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Weiter ging es um den See herum und zum großen Wasserfall auf der anderen Seite, dort warteten Serpentinen auf uns.20160625_174244_Richtone(HDR)Also rauf die Serpentinen und urplötzlich standen wir am Cormet de Roselend, wo ich auch mein erstes Murmeltier rennen sah 😀 Leider kein Bild. Es ging wieder runter und ich konnte es kaum fassen als mein Navi den weiteren Verlauf der Straße zeigte:
20160625_182322 Jetzt geht es also richtig los. Kehre an Kehre. Wow. Zum Glück waren die Straßen trocken. Weit kamen wir nicht. Da standen plötzlich ein paar geparkte Autos in einer Kehre, ein Jeep mit Seilwinde und Kran stand quer auf der Straße und es wurde gerade eine deutsche BMW geborgen. Der Fahrer humpelte etwas aber sonst war ihm nichts passiert. Er konnte allerdings von Glück reden, dass ca. 2-3 Meter unterhalb der Absturzstelle Bäumchen wuchsen und so seine BMW auffingen. Sonst wäre sie im Grün der Schlucht auf nimmer Wiedersehen verschwunden. Danach fuhren wir alle, es gab noch mehr Biker die aufliefen und die wir teilweise vorher schon gesprochen hatten, etwas eirig die restlichen Kurven hinunter. Im Tal angekommen steuerten wir einen Campingplatz in Bourg Saint Maurice an. Dort trafen wir die anderen Deutschen und zwei weitere Afrika Twin Fahrer 😀  Der Abend war noch gemütlich. Es gab große Grills am Platz und Martin grillte leckere Steaks während ich mich um den Salat dazu kümmerte. Da es noch irgendein Fest am Ort gab, hatten wir Abends ja sogar noch ein Feuerwerk. Wie romantisch 😀 Gegen 23:30 oder 24 Uhr schlüpften wir in unsere Schlafsäcke.
Fazit Tag 2: 210,4 KM  Gesamt 641,9 KM

Sonntag 26.6. Tag 3
Der Tag begann sonnig aber frisch und sollte noch richtig spannend werden. Es ging erst mal über kleinste Straßen durch den Wald, ich fürchtete schon, wir hätten uns verfahren.
20160626_094307 Hier waren wir erst mal alleine und genossen es, mal wieder auf einer Nebenstraße der eigentlichen Route zu sein. Irgendwann kam ein ganzer Pulk Lotusfahrer an. Ich weiß nicht wieviele, aber eine ganze Menge und das auf dieser Straße, da hat sicher der eine oder andere später auch noch geflucht, wegen etwaigen Lackschäden an den schönen alten Autos. Wir schlängelten uns so durch bis wir wieder auf der Hauptroute ankamen und dieser dann nach Val d’Isere folgten. Ich musste immer wieder anhalten zum gucken oder fotografieren. Auch Val d’Isere hat einen Stausee. Großartiger Anblick. Ich lass lieber ein Panorama sprechen.20160626_101934
Über die Staumauer kommt man nach Tignes das genau am Abgrund erbaut wurde und die Kirche ist weithin sichtbar von unserer Seite. Ein toller Anblick. Um dem See herum kommt man dann nach Val d’Isere und von dort gehts rauf auf den Col d’Iseran. Wunderschön zu fahren. Klasse Straße mit endlosen Kehren und Kurven. Glücksgefühle überschlagen sich angesichts der immer noch schöneren Landschaft. Was soll ich tun, anhalten schauen und genießen, fotografieren, oder fahren? Ich weiß es manchmal einfach nicht. Da halt ich an um einen schönen Ausblick festzuhalten und verspreche Martin, dass wir jetzt echt mal fahren, 2 Kurven weiter muss ich wieder halten. Martin ist entspannt, lacht und zückt sogleich sein Handy 😀 Wir sind ein gutes entspanntes Team. So macht es richtig Spaß! Ich bin dankbar, jeden Tag einfach nur dankbar für all das schöne, was ich erleben darf und dass mit Martin alles so Problemlos läuft! GLÜCKLICH!

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20160626_113204_Richtone(HDR) Am L’Iseran mit der AT

Auf dem weiteren Weg muss ich langsam echt schauen dass mit nicht schwindelig wird. Das Navi zeigt seltsame Spuren. 20160626_140754

Wir winden uns bei bestem Wetter dem Col de Télégraphe entgegen und kommen bei strahlend blauem Himmel, am ebenso leuchtblauen Schild des Passes an. Aber kaum hat man einen Pass verdaut, kurvt man schon wieder zum nächsten Pass und weiß langsam nimmer in welche Himmelsrichtung man sich bewegt. Alles kreiselt, aber es ist einfach nur endlos grandios! Und ich denk, es gibt keine Steigerung mehr. Es kann nicht noch schöner werden, noch großartiger, noch mehr Glück… das gibt es nicht. Kurze Erholung an einer Nebenstraße und schöner Blick ins Tal. Da möchte ich ein Bild machen. ich fahr rechts ran und halte. Mein rechter Fuß sucht halt, baumelt aber in der Luft. Verdammt, da ist ne Rinne, schnell Gewicht verlagern, nein nicht so viel- peng, da lag ich mitsamt der AT auf der Straße. Großes Gelächter. Martin meinte, es sah so witzig aus und nachdem er sich erkundigte ob alles gut ist, half er mir, den schweren Brocken aufzurichten. Nichts passiert! Puh, aber dieser kleine Schwächeanfall war dann doch ein Zeichen, eine Pause einzulegen. Und so hielten wir einige Meter weiter oben, im Schatten der Bäume an und machten erst mal ne ordentliche Brotzeit mit Tomme, Salami und Baguette.

So gestärkt schnörkeln wir dem Galibier entgegen und ich sollte eines besseren belehrt werden, bezüglich der Gedanken, dass es keine Steigerung mehr geben kann. Ich bin sprachlos!!!
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und genauso kringelt sich die Straße auf der anderen Seite wieder runter. Mir fehlen die Worte, aber ich bin angefüllt mit Glückshormonen! Doch es geht weiter, wieder windet sich die Straßen in endlosen Kehren und Kurven dem Himmel entgegen, bis wir uns aud dem Col D’Izoard wiederfinden. Dort empfängt und strahlend blauer Himmel und es geht wieder runter ins Tal durch einen Gorges in dem ein kräftiger Wind pfeift. Hab beim fotografieren fast angst, dass die AT umgeweht wird.
Und was soll ich sagen? Kaum durch das Tal durch gehts wieder entlang am Abgrund nach oben, was gar nicht so einfach ist für Martin, der unter Höhenangst leidet. Aber er macht das einfach super. Aber schaut einfach selbst:

Aber, als wäre das nicht schon wirklich genug zu verdauen für einen Tag, da kam auch schon der nächste Pass auf uns zu. Col de Vars, wunderschön lieblich on Top und schon ging es mit 10% Gefälle wieder ins Tal. Es war schon 19:30 als wir am Vars starteten und es sollte noch bis Barcelonette gehen, also GAS! Wir schafften es gerade noch an die Tankstelle in Barcelonette und dort sagte man uns wo wir einen Campingplatz mit Bar finden können. Bier war heute schon angesagt. Der Tag musste sich erst mal setzen. Das waren etwas viele Eindrücke für einen Tag. Aber großartigst grandioser kann ein Tag doch gar nicht sein. Wir sind überwältigt und begießen, nachdem ich noch an der AT geschraubt habe um ein Geräuscht zu orten, kräftig mit Bier, bis wir nach einigen Muergez totmüde in die Schlafsäcke fallen.
Ich bin jetzt wieder ebenso überwältigt und werde die Reise an anderer Stelle weiter erzählen. To be continued 😉

Touratech Travel Event 2016

•14. Juni 2016 • Schreibe einen Kommentar

Ich entschloß mich kurzfristig nach Niedereschach zu fahren, weil ich keine Lust hatte, das Wochenende allein zu verbringen.
So belud ich letzten Freitag Nachmittag meine Africa Twin und düste los. Das erste mal mit beladenen Koffern und mit Rolle hinten drauf. Muss ja schon mal üben für meinen Urlaub.

Ich kam Spätnachmittag im Schwarzwald an und suchte sogleich mal die Leute, von denen ich wußte, dass sie da sein werden. Okay, jetzt muss ich also mit der „Dicken“ auch mal ins Gelände fahren. Etwas mulmig war mir schon. Nicht zuletzt deswegen, weil es ja geregnet hatte, der Boden sehr weich war und die Afrikanerin ja nicht gerade das leichteste Ross ist. Aber es ging alles gut. Als ich die Leute aus der Fernwehgruppe sah, stellte ich erst mal das Bike auf dem „Weg“ ab. Sogleich bohrte sich der Seitenständer in den weichen Boden und ich konnte sie gerade noch so halten. Ein netter Biker rannte sofort los und brachte mir ein Holz für unter den Ständer, wofür ich sehr dankbar war.
Jetzt konnte ich eben mal rüber laufen und sehen, wo ich Bike und Zelt hinstellen werde, da es schon recht voll war. Als das alles geklärt war fuhr ich da hin, stellte das Bike ab und baute sofort mein Zelt auf.
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Als ich eingerichtet war, gabs erst mal ein Bierchen.Da war es auch fast schon Zeit, runter aufs Touratech Gelände zu gehen, mich ein wenig umzuschauen und mir dann den Vortrag von Dylan Samarawickrama anzusehen. Der nette Schweizer, der mit seinem Wohnmobil neben mir stand kam mit.
Was für ein Vortrag und was für Erlebnisse. Dieser Mann hat wahnsinniges erlebt und gemeistert auf seinen ca. 280.000 km die er mit Bruce, das ist seine BMW 1150 GS, in ca. 3,5 Jahren erlebt hatte. Ein sehr beeindruckend positiver Mensch mit einer unglaublichen Ausstrahlung. Ich bin sehr dankbar, ihn getroffen und die Gelegenheit gehabt zu haben, mit ihm und seiner Frau zu reden. Ich kaufte mir auch sein Buch, welches ich jedem nur empfehlen kann. Am besten schaut ihr auch seinen Vortrag an.
http://www.ride2xplore.com/

Dieser Abend war sehr emotional für mich, weil mich Dylans Story sehr berührte.

Der Abend klang feuchtfröhlich mit Kurt, dem Schweizer, aus und wir kamen spät zurück zum Campingplatz. Ich schlief relativ schnell ein, schlief gut aber zu kurz.

Am nächsten Morgen gab es Fernwehler Frühstück, welches im Team gemacht wurde.Zum Glück unter einem Tarp, weil es noch regnete. French Toast mit Speck schmeckte um so besser. Yummi yummi 🙂

Da es das Wetter doch noch gut mit uns meinte und mit vielen sonnigen Abschnitten glänzte, ging es mal über dem Campground.

Nachdem ich dort eine Runde gedreht hatte, ging es wieder runter aufs Gelände. Es gab so vieles zu sehen. Zig Aussteller rund um das Motorrad. Man konnte Probefahrten machen, Reisen buchen, Helme, Zubehör und Motorräder kaufen, essen, trinken, quatschen, Informationen sammeln, mit Weltreisenden reden, Vorträge anschauen, Workshops besuchen, Ausfahrten machen, Endurotraining fahren und… Soviel, dass ich quasi gar nicht alles gesehen habe.
Aber ich hatte auch die Gelegenheit mit Sjaak Lucassen zu reden. Auch so ein irrer Typ der
in den 90gern anfing auf Weltreise zu gehen mit einem Honda Supersportler! Irre! Später fuhr er auf einer Yamaha R1 um die Welt. Regenwald, Wüste, Wasserquerungen. Alles auf nem Supersportler *Respekt* Sein letztes Projekt war ein Polar Ice Ride mit einer modifizierten R1 an der ein 750 KG Anhänger dran hing. Dieser beinhaltete unter vielem anderen einen Generator, den er morgens benötigte um das Kühlwasser zu erwärmen und damit den Motor in ca. 45 Minuten von -30 Grad auf 0 Grad zu bekommen um den Motor überhaupt starten zu können. Der Vergaser wurde auch vorgeheizt, damit nichts vereist
Spannende Gespräche mit ihm!

Es war echt viel Input und ich lies mich durch das Gelände treiben und genoß das alles sehr.
Später ging ich zurück ins Camp und machte mir etwas zu essen. Danach ging es wieder mit mehreren aus der Gruppe runter auf das Gelände, einen Film anschauen der da Premiere hatte.

„United People of Adventure“
Ein Projekt, das verschiedene Biker rund um den Erdball, mit verschiedenen Bikes zu einem Team machen wollte, welches Madagaskar durchfährt. Spannender Film über ein Projekt, welches ganz anders verlief als geplant.
http://www.real-adv.com/

Der Abend klang bei Rotwein mit alten, langjährigen und neuen Freunden von der Fernwehgruppe aus. Ein schöner Abschluss eines tollen und spontanen Wochenendes. Trotz vieler Regenschauer, meist Nachts war es bis hierher wirklich klasse und ich bereue nicht, da spontan hin gefahren zu sein.

Wie sollte es anders sein? Die Nacht brachte erneuten Regen, aber zum Glück hatte ich meinen Tarp auch aufgebaut und so war ich wenigstens dieses mal geschützt, denn leider ist mein Zelt nach 24 Jahren nicht mehr dicht gewesen. Das Wasser drückte sogar durch den Boden herein. Naja, nach so vielen Jahren darf es auch mal kaputt gehen. Ich hab dann dort entsorgt und gleich gar nicht mehr mit nach Hause genommen.
Ich schlief gut in dieser Nacht, aber wiedermal viel zu kurz. Der Regen hielt sich auch am Morgen noch hartnäckig bis ca. 10:30 11 Uhr. Das wiederum gab uns Gelegenheit gemeinsam unter dem Tarp das Frühstück zuzubereiten und damit die Reste zu verwerten.
Es gab diesmal Rührei mit Zwiebel und dazu Würstchen und den restlichen Speck.

Nach dem Frühstück gab es eine Wolkenlücke und die Zelte trockneten ab. Da ich schon vor dem Frühstück im Zelt anfing zu packen, konnte ich meinen Tarp schnell trocken einpacken und die Plane stopfte ich so in meine Packrolle, die eh auch nicht mehr dicht ist 🙂 So war ich recht schnell fertig. Wir räumten noch gemeinsam auf, schoben Kurts Womo aus dem Dreck, und dann war das Wochenende auch schon fast vorbei. Ich machte mich mit den Karlsruhern auf den Heimweg und wir fuhren gemeinsam bis Freudenstadt, wo sich unsere Wege trennten. Es war eine ziemlich nasse Heimfahrt und ich wurde 20 km vor zu Hause nochmal richtig eingeseift. Kein Spaß, aber da muss man eben durch 🙂 Gegen 15:45 kam ich ziemlich nass zu Hause an. Ich bin dankbar für ein rundherum schönes und gelungenes Wochenende, trotz des Wetters.

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Ich freue mich schon auf das nächste Wochenende und bin gespannt, was Petrus vor hat.
Ich werde berichten 😉

 

Ostern auf 2 Rädern

•28. März 2016 • 3 Kommentare

Irgendwie waren alle meine Freunde unterwegs oder beschäftigt und ich hatte so gar keine Lust alleine 4 Tage rum zu sitzen. Ich überlegte, was ich so ganz spontan an diesem Wochenende unternehmen könnte. Nachdem der Wetterbericht gar nicht sooooo schlecht war, fragte ich eine Freundin in Bayern, ob sie denn am Wochenende zu Hause wäre und ob ich spontan einfach vorbeikommen könne. Sie freute sich sehr darüber, hatten sie am Abend doch ein Lagerfeuer im Garten geplant, mit Freunden und Familie. Sehr schön, jetzt noch eben die andere Freundin gefragt, ob sie denn schon am Sonntag zurück sei oder erst am Montag zurück kommt von ihrem Ausflug. Sie meinte, da sie Sonntags zurück käme, wäre ich herzlich willkommen und schon nahm meine Idee Formen an.
Also plante im am Karfreitag die Touren mit dem Motoplaner (entgegen meiner sonstigen Art zu reisen) aber ich wollte nicht so ganz auf dem direkten Weg hinfahren, was mein Navi natürlich machen würde. Also beschloß ich einen großen Bogen zu fahren, da das Wetter wirklich gut werden sollte und ich Lust hatte, den ganzen Tag unterwegs zu sein.
Hier also Tag 1 – 296 KM
Teil1
So begann ich erst mal in den Schwarzwald zu fahren und dann im Bogen Richtung Alb. Erst war es noch ein bisschen frisch und die Straßen waren noch feucht, aber ich lies es einfach gemütlich angehen. Das Navi meinte, ich hätte ca. 5,5 Std. Fahrzeit und ich sollte gegen 16:45 in Krumbach sein, also Zeit genug.
Irgendwo im Zollernalbkreis passierte ich ein Ortsschild, das ich unbedingt fotografieren musste 🙂
Killer
Da wußte ich, meine Ostertour wird einfach killermäßig 😉
Das Wetter spielte mit und ich hatte jede Menge Spaß, das Killertal entlangzuschwänzeln. Ich genoß die Wärme und die trockenen Straßen mit gutem Gripp. Ich hatte mega gute Laune und war richtig happy, eine gute Entscheidung getroffen zu haben.
Meine Reise ging weiter Richtung Zwiefalten. Wie ich den Anblick liebe, wenn man von oben ins Tal einfährt und sich die Klosterkirche vor einem auftut. Einfach herrlich. Ich wollte gar keine Pause machen, weil ich so im Kurvenfieber war und so fuhr ich auch an dem Cafe vorbei, in dem viele Biker saßen und deren Motorräder in der Sonne glänzten. Weiter immer weiter Richtung Osten!
Irgendwann musste ich dennoch anhalten und mal eine Kleinigkeit essen, da ich merkte, dass die Konzentration nachließ. Dummerweiße hatte ich vergessen Wasser einzupacken! Aber, es ging auch mit etwas frischem Gemüse ganz gut und ich merkte, wie die Lebensgeister zurück kamen.
AT-Pause
Also rauf aufs Bike und weitergeschwänzelt. Ich war sehr gut in der Zeit und kam um 16 Uhr an der Tanke in Krumbach an. Gleich volltanken und dann ab zu meiner Unterkunft. Einchecken, Motorrad unterstellen umziehen und erst mal nen großes Radler trinken und nen Salatteller essen!
Die Africa Twin durfte überdacht „schlafen“ Da kam auch schon meine Freundin ums Eck und gesellte sich erst einmal ein paar Minuten zu mir und trank auch erst mal ein Bier mit mir. Wir hatten uns viel zu erzählen und es war schön, sie nach Monaten mal wieder zu sehen.
Dann ging es auch schon rüber zu ihr und die ersten Gäste waren schon im Garten. Der Abend wurde gemütlich mit Stockbrot und noch 1/2 Bierchen.
Stockbrot
Gegen 23 Uhr war schicht im Schacht und ich im Bett. Ich habe tief und fest geschlafen.
Am nächsten Morgen war ich vor dem Wecker wach und nach einer erfrischenden Dusche und leckerem Frühstück wurde die AT beladen und schon war ich wieder unterwegs.
Das Wetter lud zum biken ein. Es war noch frisch, da in der Nacht ja die Uhren umgestellt wurden und es ja in der Tat eine Std. früher war, als die Uhr einem sagte. Das spürte man durchaus an den Temperaturen.
Aber ich hatte gute Laune und waren frohen Mutes, auch wenn mir am ersten Tag ca. 3 mal die Vorfahrt genommen wurde und mir mehr als nur 1 Auto auf meiner Seite entgegenkam! Da ich aber eher vorausschauend und defensiv fahre, hatte es zum Glück keine Folgen, außer meiner Ärger über die teilweise Ignoranz und Selbstverständlichkeit, mit der Autos die Kurven schneiden!
Ich fuhr in einem Bogen unterhalb von Augsburg über Königsbrunn an der Lechstaustufe und dem Mandichosee vorbei. Hier machte ich meinen 1. Stop
Mandichosee
Ab Ried wechselte ich die Himmelsrichtung und ich fuhr fortan nördlich über Aichach nach Rain, allerdings ist mir in dieser Ecke irgendwo im Wald ein Audi entgegengekommen und ich bin heilfroh, dass ich mal wieder intuitiv langsam tat. Ich fuhr auf eine scharfe Rechtskurve zu und nahm das Gas weg, da seh ich den Audi in einem Affenzahn um die Ecke schießen, einen halben Meter auf meiner Seite. Ich hatte noch ca 50 Meter bis zum Einlenkpunkt für die Kurve, aber anstatt Richtung Straßenmitte zu ziehen, verlangsamte ich abermals mein Tempo und fuhr ganz Rechts auf den weißen Streifen, weil der Audi nämlich weiter auf meiner Seite fuhr und wirklich nah an mir vorbei preschte. Es hat ihn null interessiert, dass ihm etwas entgegenkam, er blieb stur auf der Straßenmitte!!! Ich hab mich wirklich mehr als nur einmal bei meinem Schutzengel bedankt!!!!
Bei Bruck-Marxheim überquerte ich die Donau.
Donau
Mein Weg hätte mich jetzt östlich geführt, aber ich wäre viel zu früh da gewesen, weswegen ich schon zu Hause plante, dass ich noch einen Bogen fahre. So fuhr ich immer weiter nach Norden und passierte
Schweinspoint
Ab hier wurde es immer Kurviger und ich genoß das gute Wetter, ich wollte unbedingt noch einen kleinen Teil des Altmühltales mitnehmen und so stieg ich bei Sollnhofen auf die beliebte Motorradstrecke ein. Was für eine Traumhafte Landschaft. Da es zwar relativ warm war, aber der Frühling noch nicht so ganz vorangeschritten ist, wirkte alles noch sehr karg und die Felsen waren weithin sichtbar, die das Tal säumen. Es waren auch wenig Autos und Motorräder unterwegs, was mir durchaus entgegen kam, so konnte ich fahren ohne Angst haben zu müssen, dass mich irgendein Gaskranker abschießt. Ich genoß es wirklich sehr, ein kleines Stück Altmühltal fahren zu können.
Altmühltal
Ab Dollnstein führte mich mein Weg nun langsam doch Richtung Neuburg/Donau und ich fuhr ein Seitental des Altmühltales entlang, welches nicht weniger reizvoll ist! In Wellheim entdeckte ich eine alte Burgruine welche mich geradezu magisch anzog. Da ich aber nicht wußte, ob das Wetter halten wird, ich hatte ein schwarze Front im Nacken, zog ich es vor, weiter zu fahren. In Hütting entdeckte ich abermals eine Ruine auf dem Fels. Hier stoppte ich kurz um ein Foto zu machen.
Dann fuhr ich schnell weiter und ich war gegen 14 Uhr bei meiner Freundin. Sie war aber noch nicht da und hatte mir eine Nachricht geschickt, dass sie wohl zw. 14:30 und 14:45 da sein wird. Also beschloss ich, noch eine Runde zu drehen, weil mittlerweile wieder die Sonne schien 🙂
Bei einer kurzem Pause im Wald erreichte mich die Nachricht, dass sie nun da sei. Wie verpassten uns um ca. 15 Minuten, also fuhr ich zurück 🙂
Angekommen, erst mal Moped abpacken und alles hoch schaffen, umziehen und mal eben schnell etwas gekocht, weil wir beide Hunger hatten. Nach dem Essen war die Frage, was wir tun wollten und weil es mittlerweile wieder zuzog beschlossen wir, mit dem Auto nochmals zur ersten Burg zu fahren. Einfach ein Traum. Wir stellten das Auto ab und entdeckten das weitläufige Gelände zu Fuß und hatten mächtig viel Spaß dort! Hier ein paar Eindrücke.
Anfahrt-Burg

Burg

Loch

Burg-2

Blick-von-der-Burg

Alles in allem ein toller Tag. Das Wetter ging auch und wieder zu und wieder auf, egal. wir fuhren zurück und da das Wetter wieder mal gut war, dachten wir, wir können noch ne kleine Runde zusammen auf der AT drehen. Wenn wir gewußt hätten, dass das Wetter hält, wären wir gleich mit dem Bike gefahren. Naja, so hatten wir auch Spaß.
Also hoch, umziehen, ab in die Motorradklamotten. Mein Freundin ist sehr klein. Süße 158cm und die Africa Twin ein Monster für sie. Fakt ist, sie wollte aufsteigen, ich war noch nicht darauf gefasst und peng, da lagen wir..
Alles halb so wild. AT aufgerichtet, Spiegel gerichtet, aber hey, der Seitenständer klemmt. Mal dagegen gekickt, er rutscht vor. Ich stell die Karre drauf – passt. Ich starte, Seitenständer einklappen, aber was ist das? Er sperrt. Ich kann nicht starten. Also wieder runter und schauen. Ah, das Blech vom Seitenständerschalter hat sich verbogen und zw. Schalter und Seitenständer geklemmt. Das muss weg. Werkzeug beim Vermieter organisiert ( zum 2. Mal) Ich spannte kurz vorher noch die neue Kette nach! Also das Blech abmontiert. Mist völlig verbogen. ach egal. Her mit dem Hammer und mal zurecht gedengelt. So passt es. Okay. Fest schrauben, testen. Geht alles. Es wird dunkel. Egal. Also los, noch ne kleine Runde gedreht! Ach es war echt schön und ein Reh sahen wir dann auch noch.
Nach ca. ner halben Stunde waren wir zurück und tranken dann erst mal noch ein Bierchen gechillt auf der Couch bevor wir müde ins Bett fielen.
Tag 2 brachte weitere 248 Km
Teil2

Tag 3.. heute ging es nach Hause.
Heute lies ich das Navi eine Kurvenreiche Strecke suchen, da ich aber zumindest bis Donauwörth wußte, wo ich lang wollte und dort nochmal tanken wollte, waren wir uns nicht ganz einig und es führte mich an Donauwörth auf die Bundesstraße, allerdings für meinen Geschmack deutlich zu lang. Irgendwie habe ich es geschafft, es umzuprogrammieren und die Strecken wurden wieder sehr schön und klein. Es war aber heute auch deutlich frischer als die letzten beiden Tage. Im schwäbischen fing es dann auch ein wenig an zu Regnen, aber nicht sehr doll. Meistens war der Regen schon durch, und die Straßen waren schon wieder am abtrocknen. Ich lies mich nicht entmutigen und zog durch, und wurde mit Sonne belohnt auf tollen kurvigen Strecken um Spielberg und Jux…
Ich genoß auch diesen Tag wenngleich er am Ende deutlich stürmischer wurde. Ich fuhr die ersten 4 std durch, machte ne kurze Rast um etwas zu essen und dann ging es vollends nach Hause. 260 KM sind es geworden!
Teil-3

Mein Resumé nach insgesamt 804 KM in 3 Tagen: Es war das tollste Ostern seit Jahren und ich hab alles richtig gemacht. Allerdings muss ich mir wohl eine Grasgriffhilfe besorgen. So viel fahren tut meinen Händen leider nicht sehr gut, respektive meinem rechten Daumensattelgelenk. Da ich noch viele Jahre fahren möchte, muss ich da etwas tun um es zu entlasten.

In diesem Sinne, hoffe ich, ihr hattet auch ein tolles Osterfest und ebensoviel Spaß wie ich 🙂

Low Budget Wochenende auf 2 Rädern

•12. Dezember 2015 • Schreibe einen Kommentar

Aus einer spontanen Idee, zweier Verrückter und vom Motorradfahren begeisterten Leuten, wurde eine lustige und irre Ausfahrt im Dezember.

Nachdem wir uns in einer Gruppe im Internet über den Weg gelaufen sind und einige male gechattet hatten, entstand die Idee, dass wir ja spontan mal eine Runde drehen könnten.
Ein sonniges WE war angesagt und so hatten wir uns gleich auf den 5. 12. zum Frühstück bei mir verabredet. Mit einiger Zeit Verspätung kam Martin dann endlich um die Ecke gebogen.

Wir waren uns auf Anhieb sympathisch und verstanden uns gut. Nach einem leckeren Frühstück waren die Sachen schnell wieder auf dem Motorrad verstaut und ich holte die AT aus der Garage. Jetzt schnell tanken und schon ging es los. Zu Anfang fuhr ich frei Schnauze Richtung Schwarzwald und um Meter zu machen, düsten wir erst mal die Bundesstraße Richtung Freudenstadt hoch, über Loßburg runter und den 1. Kaffeestop machten wir in Alpirsbach. Nachdem ich wieder aufgewärmt war ging es weiter über Wolfach nach Haßlach und vor dort sollte Martin die Führung per Navi übernehmen.
Irgendwann bogen wir links ab und die Straße schlängelte sich in unglaublichen Kurven durch den sonnigen Tag.
An unserer 1. Passhöhe  – Heidburg mit 520m üM *lach* machten wir einen kurzen Stop, weil die Aussicht einfach herrlich war.
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Da hatte ich dann auch das erste mal Bodenkontakt mit der AT. Einfach umgefallen beim Versuch wegzufahren :O
Zum Glück war ich nicht allein, sonst würde ich da wohl heute noch liegen *grins*

Es ging also weiter, immer Richtung Süden. Wir genossen die Kurven, die Sonne und die Landschaft und erfreuten uns des Bikerlebens 🙂
Wir folgten der Straße weiter bis Waldkirch, dort bogen wir links ab um einer kleinen aber extrem kurvigen Straße Richtung St. Peter zu folgen. Wir fuhren durch einen Wald immer bergauf und fanden uns oben angekommen auf dem Kandel im Schnee wieder 🙂 Wundervoll windiger Ausblick  über Freiburg auf das Rheintal.

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Weiter ging es wieder runter. Im oberen Stück auf der Schattenseite war es recht Nass und am Straßenrand gefroren und ich hatte erst mal nicht die Gelegenheit an einem Fahrschulauto vorbei zu kommen. Aber irgendwann schaffte ich es doch auf der kurvigen Straße, zumal es irgendwann auch etwas weniger Nass und rutschig war. Vorbei an St. Peter und St. Märgen trafen wir auf die B500, da wollte das Navi links aber rechts war Titisee ausgeschildert, so fuhren wir über die dort sehr gut ausgebaute und kurvige B500 für ein paar km nach Titisee Neustadt und machten dort einen kleinen Spaziergang an den kleinen See in der Stadt, nein nicht am Titisee selbst 🙂
Danach machten wir uns zur letzten Etappe des Tages auf, vorbei am Titisee, kratzten wir die Kurve am Schluchsee, mit einem tollen Ausblick auf die ersten Rosa Wölkchen am Himmel. Es wurde langsam richtig kalt und wir fuhren wieder über eine wundervoll kurvige Straße in Richtung Menzenschwand. Da ich aber nicht wußte wo die Jugendherberge ist, Martin sagte St. Blasien, hielt ich irgendwann an, als er abbog und wartete bis er zurück kam… Ich fragte wohin ihn das Navi führen wolle, mir sei kalt und nach St. Blasien ging es geradeaus. Er okay, dann fahren wir dahin. So ging es mit einer grandiosen Aussicht ins vernebelte Tal weiter Kurve um Kurve, bis zur nächsten Abzweigung, wo es wieder rechts gehen sollte. Martin hielt an und fing an in seinen Taschen zu kramen 🙂 Und sie da, er brachte einen Zetel zu Tage auf dem die Adresse der Jugendherberge stand. Ach, wir müssen gar nicht nach St. Blasien? Großes Gelächter und wir bogen rechts ab um ca.1,3 km später vor der Jugendherberge zu stehen. Durchgefroren aber glücklich packte ich ab und war froh, Minuten später im warmen zu sitzen und langsam den gemütlichen Teil des Tages zu beginnen.

Nachdem die Rezeption gegen 17 Uhr aufmachte konnten wir einchecken und unser Zimmer beziehen. Mal eben umgezogen und runter um ein Bierchen zu schlürfen. Zu Abend aßen wir in der JuHe und wir lümmelten, nach dem Essen, den restlichen Abend bei Bier und Nüsschen rum und haben viel gelacht, während wir den Tag Revue passieren ließen.

Am nächsten Morgen ging es nach einem stärkenden Frühstück bei Nebel und extremen Wind auf die Bikes. Erst mal rein nach St. Blasien zum Tanken, was richtig lustig war. Wurde Martin doch gefragt ob sein Fell beheizbar sei. Wir haben uns gebogen vor Lachen. Auch sehr lustig war die Aussage der Kassiererin in der Tanke, dass es im Winter in St. Blasien immer neblig ist, und niemals die Sonne und auch kein Mond scheinen würden. *grins*
Danach wollte Martin unbedingt auf den Feldberg. Brrrr. Begeistert war ich nicht. Der Wind blies in Böen und es war im Nebel feucht und kalt. Zudem ist die AT durch ihre dicke Verkleidung echt windanfällig. Kein Spaß, aber ich biss mich durch und war oben angekommen wirklich froh, mich von ihm und seiner Begeisterung anstecken zu lassen. Wir machten vorher einen Stop am Schluchsee und fuhren danach an diesem entlang. Da war es schon wieder sonnig und wir haben den Nebel hinter uns gelassen. Da war sie wieder die gute Laune und die Freude über das wunderbare WE.
Also doch bis ganz nach oben auf den Feldberg, immer höher bis wir tatsächlich an der Skipiste standen… juche! 😀
Die Blicke die wir ernteten sprachen Bände. Von erfreuten lächeln über ungläubiges Fragen, ob es denn nicht zu kalt wäre, bis hin zu anerkennenden Worten war alles dabei!  Kommunikativ sind auf jeden Fall, das Fell auf dem Sitz und das Motorrad an sich im Schnee auf jeden Fall. Die Menschen scheuten sich nicht uns immer wieder, wo immer wir hielten anzusprechen. Eine tolle Erfahrung!
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Nach dem Besuch der Skifahrer machten wir uns langsam auf dem Heimweg. Leider führte uns das Navi erst mal immer auf der Bundesstraße immer weiter in den Nebel im Tal, was weder angenehm noch spaßig war. Es fuhr sich wie Autobahn.Vor allem immer weiter nach Donaueschingen und Villingen Schwenningen, da wollten wir jedenfalls nicht hin.  So stoppten wir abermals und ich versuchte mich zu erinnern, wo ich früher geschäftlich im Süden unterwegs war und wo es schöne Strecken gibt. Aber wir hatten keine Karte mit bei und konnten nur durch auszoomen auf den Handy irgendwie ca. herausfinden wo wir waren und wohin wir eigentlich wollten. Die Tücken der Technik 😀  Ich sah, dass wir gar nicht sooo weit von St. Georgen entfernt waren und bat Martin erst mal in diese Richtung zu fahren. Dort sah ich ein Schild und wir hielten abermals damit ich mich orientieren konnte. Dann las ich einen Ortsnamen und alles war wieder da. Ich wußte wo ich schöne Strecken finden kann und so bogen wir bei der nächsten Gelegenheit ab und fuhren über Tennenbronn nach Schramberg. Hier nochmal über die B 462 nach Wolfach nach Oberwolfach. Hier gab es dann die wohlverdiente Mittagspause zum durchwärmen. Wir unterhielten uns gut und machten uns gestärkt bei wolkenlosem Himmel wieder auf die Räder 😉
Über Schapbach hoch zum Kniebis, auf der B500 am Mummelsee vorbei über die Hornisgrinde bis zum Abzweig Hundseck. Dort durch das verwundene Tal über Hundsbach runter auf die 462 und ab nach Forbach. Diese war mal wieder echt verstopft mit Autos und ich wollte doch so gerne noch vor Sonnenuntergang  an meinem *Lieblingsausguck* sein. Nu faaaaaaahrt doch bitte und schlaft nicht mit 50/60 km/h auf der Bundesstraße rum… *grrrr* 😉

Okay, es half nix, wir mußten uns fügen, aber in Weißenbach gab es kein Halten mehr, rechts abgebogen und ab nach Reichental, brav mit 30 km/h da durch und dann Feuer frei. Schlechte Straße? Die AT hat sich gefreut. Schnell und erfreut schraubten wir uns hoch nach Kaltenbronn, immer mal wieder den Blick nach Rechts, wo ist die Sonne? Oben angekommen, war sie leider schon weg und im Tal war es so diesig das der sonst traumhafte Ausblick leider ausfiel. Aber Martin freute sich über die Kurven und die miserable Straße sehr und hatte mächtig Spaß.

Und jetzt sollte es auch fix die letzten 40 KM nach Hause gehen. Es wurde richtig frisch und wir sahen zu, dass wir bei mir ankamen. HIer gab es erst mal noch einen Kaffee für Martin zum Aufwärmen.
Ich hatte bis dahin wundervolle 506 KM gefahren 😀

Nachdem Martin sich noch durchgewärmt hatte, machte auch er sich auf die letzten 117KM durch die kalte Nacht um nach ca. 740 KM zu Hause anzukommen!

Ein rundherum gelungenes Biker Weekend, ganz nach meinem Geschmack. Mein Dank geht an Martin für dieses völlig unkomplizierte und entspannte Wochenende. Dafür, dass wir uns nicht kannten war das echt wundervoll! Dankeschön 🙂

Kurvenparadies Dolimiten 2015

•11. Oktober 2015 • Schreibe einen Kommentar

Es war wieder einer dieser Tage… ich hing allein zu Hause rum und stöberte in FB.. da poppt plötzlich ein Beitrag auf meiner Pinnwand auf, der mich sofort in seinen Bann zog.

Angebot Dolomiten Biker Hotel – Schlemmen, Pennen, Pässe rennen!  Wow, was ist das?

Neugierig geworden folge ich dem Link und denke. Cool! Ich war noch nie in den Dolomiten mit dem Motorrad und das Angebot war echt okay. 4 Tage HP mit einer geführten Tour vom Hotel und Tourenvorschläge/Besprechungen vom Hausherr und schnell aufs eigene Navi gespielt, kann man nach dem Frühstück völlig entspannt losfahren… Hm.. aber Doppelzimmer?? Wen mitnehmen??
Also gleich mal einen Rundruf gemacht und meine Beste war schnell und kurz entschlossen dabei.
Also gleich mal da angerufen… Rolf begrüßte mich auf Deutsch, man duzte sich noch am Tel und das Eis war sofort gebrochen. Also gebucht und schon ging das Fieber los.

Ich plante eine Tour über Land und so starteten 2 Frauen auf ihren SV 650 am 7.7. Richtung Nassereith, wo ich für die erste Nacht ein Zimmer buchte.
Die Tour führte uns bis Reutlingen über die Autobahn und ab dort fuhren wir immer schön Südostwärts gen Allgäu. Doch oh weh, was ist mit Biancas SV los? Die Batterie quittierte in RT den Dienst nach einer kurzen Pause. Sie wollte partout nicht mehr anspringen. Anschieben ging auch nicht und ich schwitze mich schon halb zu Tode in meinen Bikerklamotten, war es doch auch morgens schon sehr heiß.. Was tun? Als wir noch über Handy versuchten einen der bekannten Motorradzubehör Läden zu finden, hielt ein Auto und eine Frau fragte, was denn los sei? Sie gab uns Starthilfe, sagte dass Louis nur ca. 1 km entfernt sei, packte den Tankrucksack und diversen Kleinkram von Bianca ins Auto und fuhr vor uns her zu Louis… Es stellte sich heraus, dass die Dame selbst fuhr 😉
Dort angekommen, suchte ich erst mal nach einem Batterietester und wir stellten fest, dass die Batterie nichts hat… hm.. sehr komisch… was tun? Wir entschieden uns dazu, ein Starthilfekabel fürs BIke zu kaufen und bauten alles wieder zusammen. Danach sollte die SV immer brav anspringen ohne auch nur einmal zu murren .. was es war wissen wir bis heute nicht. Es kostete und ca. 1- 1,5 Std und wir waren froh, dass wir nur bis Nassereith fahren müssen. Abe jetzt hatten wir Spaß ohne Ende und genossen den wunderschönen Sonnentag quer durch den Süden Deutschlands.

Zu Mittag haben wir in einem Biergarten beim Griechen in Leutkirch gegessen, danach ging es gesättigt und fröhlich weiter Richtung Kempten. Leider fehlen die Bilder die wir da unterwegs gemacht haben. Die sind auf wundersame Weise von meinem Handy verschwunden… und das ist nicht das erste mal :/  Nun gut, also weiter durch Kempten und dann folgten wir der 309 , da wir am Weißensee entlang fahren wollten. Doch diverse Umleitungen „verstrubelten“ mein Navi und uns Beide im Allgemeinen. Also führte und das Navi dann völlig anders und ehe wir uns versahen, waren wir bei Füssen, wo wir gar nicht hin wollten, konnten so aber einen Blick auf Neuschwanstein erhaschen. Der Weg führte uns am wunderschönen türkisgrünen Lech entlang. Manchmal haben auch Umleitungen ihren reiz 🙂 Wir machten mal wieder einen kleinen Stop für Foto und um einige Vitamine sowie Wasser zu uns zu nehmen. War es inzwischen wirklich sehr heiß geworden.
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Kurz darauf passierten wir die Grenze und fuhren nun auf der L396 weiter nach Vils, dort wechselten wir auf die 179 weiter über Heiterwang und Bichelbach in Richtung Fernpass führen sollte. Wir machten am Zugspitzblick auf der Fernpassstraße noch einen Stop, da wir einen sehr langsamen LKW vor uns hatten, der uns die Freude an den Kurven nahm. Von hier hatten wir einen wunderbaren Blick auf den Blindsee.
Blindsee
Nach einem Eis nahmen wir die letzte Etappe für diesen Tag in Angriff. Jetzt hatten wir relativ freie Fahrt und konnten die Kurven zum Fernpass richtig genießen. Ein kurzer Fotostop am Fernsteinsee fürs Bild vom Schloß.
Am-Fernsteinsee
und schon ging es die letzten Meter weiter zur Pension, (die ich wärmstens empfehlen kann – http://www.frischhut.at – sehr sauber und faire Preise! Die Motorräder parkten in der Garage!) in der wir die Nacht verbringen sollten. Dort wurden wir sehr herzlich von dem älteren Ehepaar empfangen und wir freuten uns auf eine Dusche und ein Bierchen bei leckerem Essen. Das sollte aber noch etwas dauern, denn nach der Dusche machten wir erst einen Spaziergang durch den Wald und um den See herum. Das tat gut. Endlich mal die Beine vertreten und uns ausstrecken. Der kleine See in Nassereith ist wirklich ein Idyll, und das empfohlene Lokal, direkt am See hat leckeres Essen!
See-Nassereith
Nach zwei Bierchen und rundherum zufrieden liefen wir zurück zur Pension, da es anfing zu tröpfeln .. ja wie, Regen? Ach das wird schon wieder aufhören. Pustekuchen. IN der Nacht schüttete es was ging und das erwachen am nächsten Morgen war mehr als ernüchternd, sollte die Fahrt doch übers Timmelsjoch gehen. Langsam hab ich die Vermutung, dass ich in Österreich einfach keinen Spaß haben soll :/ Das 2. mal in meinem Leben übers Joch, und wieder schlecht Wetter *grml*

In Imst zogen wir vorsichtshalber die Regenklamotten an und waren dennoch guter Dinge… Es bliebt relativ trocken, aber es wurde zunehmends neblig…
Die Anfahrt zum Timmelsjoch machte trotzdem Spaß, in Hochgurgel an der Mautstelle war es noch okay mit dem Wetter
Hochgurgel

Anfahrt zum Joch
Anfahrt-Timmelsjoch

Am Rasthaus oben wars noch schlimmer
Bi-am-Joch
Ab dem „Fernrohr sah man dann auch mal wieder etwas mehr
Fernrohr-Timmelsjoch
Die Laune konnte uns der Nebel nicht versauen und so ging es wieder runter und dann weiter Richtung Jaufenpass auf dem es ebenso neblig wie extrem windig war. Jedoch wechselte dort das Wetter wegen dem Wind extrem schnell. Jetzt Nebel und 2  Minuten später für kurze Zeit freie Sicht. Das musste ich für ein Bild nutzen!

Jaufenpass

Hier stärkten wir uns auch mit einer Linsensuppe und einem alkoholfreien Weizen für schlappe 10.50 Dann ging es weiter über traumhafte kurven Richtung Sterzing. Ab Sterzing ging es dann auf der alten Brennerstraße runter bis Clausen und dann sollte es ins Grödnertal gehen. Aber ach und weh, was ist das denn? Welch schwarze Wand kommt denn da auf uns zu? Nach einem kurzen Zwangsstop wegen eines kurzen aber Wolkenbruchartigen Schauers ging es dann weiter. Also rein ins Grödnertal, welches trocken und schön kurvig war… aber herrje… „Mordor“ verfolgte uns. Das was das kommen sollte schaute nach Weltuntergang und ich hoffte noch trocken am Hotel anzukommen. Wir schafften es trocken bis nach Ortisei aber dank Google Maps und eines Falscheintrages hatten wir uns am Ort verfahren. Und auf dem richtigen Weg, ca. 5 min. bis zum Hotel wurden wir sowas von eingeseift und waren Nass bis auf die Knochen. Muss das denn jetzt noch sein? Meine Laune ging gegen NULL. Ich war echt sauer. So viele KM alles funktionierte wunderbar. Ein Traumsommer, aber wenn ich einmal wegfahren.. hmpf… Nun gut. Rolf kam sogleich heraus, zeigte uns, wo wir die Bikes abstellen konnten, half uns das Gepäck rein zubringen und meinte, wir sollen erst mal ankommen und wir könnten die Klamotten später runterbringen, die wären bis morgen wieder trocken!
So richteten wir uns erst mal ein. Unser Zimmer war klein aber sauber mit Südbalkon und Blick über Ortisei. Nach dem dem duschen gingen wir runter, zum einchecken und danach zum gemütlichen Teil des Tages über, natürlich beim Begrüßungsbierchen. Ja Bierchen.. Haha, so kleine Biere hab ich ja noch nie gesehen 😉 Rechts die normale Flasche 😀
Hier möchte ich aber auch eine Empfehlung für die Bikerpension Sonnalp in Ortisei aussprechen!
(http://hotel-pension-sonnalp.eu/de/home)
Hier bekommt der Biker was er braucht! Saubere Zimmer, gutes Essen und nette Leute! Rolf und Biggi sind selbst begeisterte Biker seit über 30 Jahren und Rolf hat locker 600.000km Erfahrung. Seine Tourtips sind einzigartig für die Ecke dort, in der er sich hervorragend auskennt!
Biggi ist eine tolle Köchin und wir hatten sehr viel Spaß mit den Beiden! Vielen lieben Dank an euch 2!
Begrüßungsbierchen

An diesem Abend lernten wir weitere Teilnehmer dieses Angebotes kennen und stellten fest dass wir eine lockere Truppe aus 6 Leuten sein werden. Ein Ehepaar mit GS’ns, zwei Freunde aus dem Heidelberger Raum, mit 1300 BMW und einer Triumpf Thunderbird und wir. Tolle Leute und alles sehr entspannt! Der Abend klang locker aus mit einer Vorbesprechung was wir am nächsten Tag fahren wollten und wir 2 entschieden uns für eine kleinere Tour von ca. 160 km, da wir ein bisschen müde waren und nicht wußten, was auf uns zukommen würde. Rolf plante die Tour und spielte sie auf mein Navi auf, während Biggi uns ein wundervolles Abendessen zauberte. Wir gingen alle recht früh schlafen um am nächsten Tag fit zu sein!
Am nächsten Morgen blinzeln wir in einen strahlend blauen Himmel und gehen gutgelaunt zum Frühstücksbuffet, welches Biggi schon gezaubert hatte. Nach einem reichhaltigem Frühstück machten wir uns, mit tatsächlich trockenen Kombis, auf um die Dolomiten kennenzulernen.
Tour 1 startet und endet wie alle Touren in Ortisei… Leider hab ich nur grobe Karten von der Tour kann aber auf Wunsch gerne GPX Dateien für Garmin zukommen lassen.
Tour-1

 

Welch grandiose Strecke mit unzähligen Kurven. Wenn man das erste mal in den Dolomiten ist, ist das wirklich unglaublich und das bei grandiosem Wetter. Wir sind begeistert uns können und gar nicht satt sehen und kommen ins Kurvenfieber.. Hier ein paar Eindrücke vom 1. Tag
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Irgendwo zw. Karerpass und Paso Fedaia

und weiter ging es über den Passo Fedaia und damit vorbei an der Mamolada
Mamolada
Wir waren völlig geflasht, haben gefühlte 1000 mal angehalten um Bilder zu machen und natürlich würde man am liebsten alle zeigen und aber das Kurvenfieber muss doch auch befriedigt werden. Also Gaaaaas 🙂 und weiter Richtung Aarabba. Welch wunderschöne Anfahrt von hier aus. Einfach nur super. Viele Spitzkehren. Wow, ich könnte mich echt daran gewöhnen und ich wunder mich über mich selbst.
Aber ich kann einfach nicht genug bekommen und unsere erste Tour führt uns noch über den Südteil der legendären Sella Ronda und so nehmen wir Kurs auf den Passo Pordoi, und vor dort nehmen wir die unglaubliche Anfahrt zur Sella in Angriff. Ich, nein wir, sind überwältigt. Wir finden keine Worte. Traumhaftes Wetter und Kurven ohne Ende, atemberaubende Ausblicke. Wir sind einfach nur noch geflasht. Für diejenigen unter Euch, die hier schon öfter waren, wohl langweilig, aber sind absolut .. POAH…
Ich lass Bilder sprechen…
Anfahrt-auf-die-Sella Anfahrt-Sella-2 Anfahrt-Sella-3

Sella
Nachdem wir uns ausgiebig auf der Sella einigermaßen sattgesehen hatten fuhren wir weiter und über Wolkenstein und St Christina zurück nach Ortisei. Dort mussten wir erst mal verarbeiten was heute so an Eindrücken auf uns einströmte. Gemütlich in der Sonne sitzen und nen Kaffee trinken. Dann mal aufs Zimmer und während Bianca duschte, genoss ich es auf dem Balkon in der Sonne zu sitzen. Nach und nach trudelten die Anderen ein und als auch ich mit der Dusche fertig war gingen wir runter um über die Ereignisse des Tages zu sprechen.  Später gab ein gemeinsames Abendessen, welches wieder mal hervorragend war. Danach noch lockeres Beisammensitzen und Benzin quatschen. Tourbesprechung für den nächsten Tag, und schon fanden wir uns im Bett wieder um auch am nächsten Tag ausgeruht starten zu können.

Auch dieser Tag begann mit extrem blauen Himmel und Sonnenschein. Da hat man doch gleich beim öffnen der Augen gute Laune und ist voller Tatendrang. Ich kann es kaum erwarten zusammen mit den Anderen zu Frühstücken um mich endlich aufs Bike zu schwingen, damit die nächste Kurvenorgie begonnen werden kann.

Tour 2 ist die von Rolf geführte Tour, der es ganz klasse macht. Wir Frauen sind etwas verunsichert und fragen natürlich, ob wir wohl mit den schnellen mithalten können und wie er sich das vorstellt. Er sagte, er macht das völlig unkonventionell. Die schnellen vorne, dann die mittelschnellen und die langsamen zum Schluß. Da hätte den Vorteil, dass ALLE Spaß haben werden. Er sollte recht behalten und er hielt immer da an, wo es abzweigte, und solang man niemand stehen sah, ging es immer gerade aus, der Straße nach. Ein klasse Tour!
Zuerst fuhren wir runter Richtung Clausen, dann rechts hoch quer durch die Pampa über kleinste Straßen zum Würzjoch, wo wir eine erste Pause machten. Dann ging es über St, Martin , zum Falzarego, von dort Richtung Pocol und von dort über den Passo Giau, auf den nördlichen Teil der Sella Ronda und da dann natürlich über das Grödner Joch und dann über Wolkenstein wieder zurück. Das war grob die Tour.
Mir wird schon schwindelig vom vielen Kurvenfahren. Ich, die sonst einen wirklich guten Orientierungssinn hat, bin völlig verloren *lach* Ich weiß nimmer wo wir überall hoch und runter gefahren sind… aber es war unglaublich. An dieser Stelle einen Dank an Rolf und den Rest der Truppe.
Aber nun zurück zu den Ereignissen des Tages. Nachdem wir am Würzjoch gestertet sind, führt uns Rolf über kleinste Straßen auf denen wir quasi alleine unterwegs sind. Die schnellen sind nach ein zwei Kurven nicht mehr zu sehen und auch Bianca gibt gut Gas und so verlor auch ich sie aus den Augen. Die langsamen sind auch weg und ich genieße es für mich mal so durch die Landschaft zu schlängeln, in meinem eigenen Tempo. Dann eine lange Gerade und dreh am Gas und denk plötzlich, da vorne liegt doch ein Biker ? Oh Schreck, es ist Bianca… Was ist passiert?
Ich sofort langsam getan und rechts ran… und hin zu ihr. Sie rief gleich, nix passiert. Die langsamen kamen auch an und Peter, der Triumphfahrer half Bianca das Bike aufzustellen und aus der Wiese zu ziehen. Was war geschehen. Die kleine Straße machte eine 90° Rechts und als sie hinten leicht mitbremste, was sie selten bis nie tut, blockierte die Bremse und lies nimmer los… so konnte sie nicht einlenken und fuhr geradeaus. Da sie nicht mehr sehr schnell war fuhr sie auf die Wiese, welche aber eine kleine Böschung hatte und da Bianca nicht gerade groß ist, kam sie mit dem Fuss nimmer runter und kippte im Stand um. Puh, Glück gehabt!! Das mit der Bremse sollte noch ein weiteres mal passieren, was ich anhand eines blockierenden Hinterreifens, hinter ihr fahren auch gesehen habe, aber ohne Folgen. Da die SV sehr lange gestanden hat, und die sie hintere Bremse selten bis nie benützt, ist sowas wohl schon mal möglich. Aber zum Glück hat sich aus dieses Problem damit gehabt und trat dann kein weiteres mal mehr auf. An den Pässen machten wir meist kurze Stops und am Passo Giau, gab es eine weitere Kaffeepause. Danach ging es wie gesagt über den nördlichen Teil der Sella Ronda über das Grödnerjoch zurück zur Pension Sonnalp in der Biggi wider mal ein grandioses Buffet zauberte für uns 8, 6 Gäste und die Zwei müssen natürlich auch was essen 😉
Ich lass mal wieder Bilder sprechen.
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Anfahrt-Grödner-Joch Abendessen
Nachdem wir also zurück waren und die obligatorische Dusche hinter uns gebracht hatten, ging es zum gemütlichen Teil des Tages über und es gab Gespräche über die Erlebnisse des Tages. Ein nettes miteinander bei einem kühlen Bier! Nach dem Abendessen saßen wir schon noch ne Weile zusammen, und die übliche Tourbesprechung gab es natürlich auch noch. Müde aber glücklich gingen wir etwas später als sonst ins Bett. Sollte doch am nächsten Tag, der letzte in den mittlerweile geliebten Dolos sein *seufz* Aber erst mal noch eine dritte Tour genießen 😀

Tour 3 machen wir zusammen mit Gitte und Michael, dem Ehepaar. Nachdem am Abend geklärt war, dass wir uns dranhängen dürfen. Zwar sind wir ein Stück des Weges am 1. Tag schon gefahren, aber das macht uns nichts aus, da die gesamte Tour eine Andere war.
Diese Tour führte abermals kreuz und quer über die Dolomitenpässe und irgendwann gegen Mittag auch nach Bozen, dort durch die Weinberge und auch wieder über unsäglich kleine und enge Sträßchen… Ich kann leider nimmer genau nachvollziehen, welche Touren wir gefahren sind, da ich leider feststellen musste dass mein Garmin die Touren gemixt hat :/  Tour 2 Und 3 sind völlig durchgemixt .. also ich meine die GPX Dateien… Keine Ahnung wie das passiert ist…
Wir hatten dennoch einen schönen Tag und kamen nicht allzuspät zurück. Da wir ziemlich früh dran waren liefen wir alle zusammen noch runter nach Ortisei und kehrten dort noch auf ein Bierchen ein. Wir schlenderten wieder den Berg hinauf zur Pension, weil das Abendessen wohl langsam warten würde. Oben angekommen hatten wir noch etwas Zeit und wir fingen schon mal an zu packen… Mit einem lachenden und einem weinenden Auge ging es dann runter zum Abendessen und einem letzten gemeinsamen lockeren Abend. Frühzeitig ins Bett gehen war angesagt, weil der Heimweg, diesmal an einem Stück, doch wohl etwas anstrengender sein würde. Aber erst mal noch den Abend genießen 😉
Hier noch ein Bild vor irgendwo nördlich von Bozen.

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Eines vom unserem Balkon mit Blick auf die Bikes  🙂
Bikes

Der letzte Tag brach an und wir hatten unser Gepäck schon vor dem Frühstück auf den Bikes verladen. Ein letztes mal Frühstücken, Adressen tauschen und schon sollte es losgehen…
Auf dem Weg zur Tanke verlor Bianca ihren Spiegel… der hatte wohl beim Sturz doch etwas abbekommen und so musste sie ohne rechten Spiegel nach Hause fahren.
Wir fuhren die alte Brennerstraße hoch bis Insbruck und von dort über Sellrain noch zu einem letzten Pass mit, den Kühtai.

Kühtai
Vom Kühtai nach Ochsengarten und dort rechts runter nach Haiming um noch mal eine Pause zu machen und zwar im legendären Oilers 69. Falls ihr ein Faible für Burger und den American Way Of Life habt, und mal in der Ecke seid. Dann ab dahin 🙂 Sehr coole Kneipe mit einem laufenden V8 hinter der Theke 😉
Oilers
Ich war ja noch immer im Kurvenfieber und hätte am liebsten noch das Hahntennjoch mitgenommen, aber leider hatten wir noch einige 100 KM vor uns und mussten uns leider langsam von den bergen verabschieden.
Nach dem Essen ging es weiter wieder Richtung Fernpass  und auf direktem Weg Richtung Autobahn bei Füssen. Ab da hatte es ein Ende mit dem Spaß, aber wir mussten ja nach Hause irgendwie.
Gegen Abend kamen wir müde aber sehr glücklich zu Hause an.
Eine kleine aber feine Reise, von der ich auch heute, 3 Monate danach, noch zehre 🙂
Ich denke, das war meine 1. aber sicher nicht die letzte Reise in die Dolomiten.